Pater Pio und die neue Kirche in San Giovanni Rotondo: Hässlich und unpassend – trotz „Stararchitekt“

Die Stimmen, die neue Kirche in San Giovanni Rotondo enthalte Freimaurersymbole, seien „weitgehend verstummt“, war in der „Tagespost“ zu lesen (10. August, Seite 5). Immerhin! Dazu dann noch der Hinweis, ein „Stararchitekt“ habe das Bauwerk erdacht. Ob diese Tatsache die gläubigen Pilger, welche die neue Kirche als hässlich und unpassend empfinden, trösten wird?

Ob sie der Gedanke an den „Star“ über verschiedene Kunstwerke hinwegsehen lässt, die dem sakralen Raum und seiner Bestimmung kaum entsprechen? Es darf daran gezweifelt werden. Überhaupt: Der oberflächliche und fragwürdige Starkult der Gegenwart empfiehlt diese Bezeichnung nicht gerade für einen Kirchenarchitekten. Man wünschte, es wäre von einem „tiefgläubigen Katholiken“ die Rede. Wie sich Pater Pio dem Architekten eines solchen Gotteshauses gegenüber verhalten hätte, das bleibt unserer Phantasie überlassen...

Übrigens sah der heilige Kapuziner seine Sendung nicht nur allgemein in der „Leitung der Seelen“ (wie es etwas undeutlich heißt). In einem Gespräch äußerte er, sie bestehe darin, „die Seelen zu retten“, die, wie er an anderer Stelle bemerkt, „wie Schneeflocken in die Hölle fallen“. Nur wer das Leben des Heiligen in dieser ungeschönten Perspektive sieht, erkennt seine bewegende Dramatik und versteht auch das Ärgernis, das es gerade in der gegenwärtigen kirchlichen Situation darstellt.

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