Papst nimmt Amtsverzicht von Bischof Tebartz-van Elst an: Kluge und barmherzige Entscheidung

Der Papst hat entschieden und er hat barmherzig und klug entschieden. Es war klug vom Heiligen Vater, dass er über den bereits vor einem halben Jahr angebotenen Amtsverzicht nicht sofort entschieden, sondern den umfänglichen Prüfungsbericht abgewartet und gewertet hat. Jetzt ist klar, dass der Bischof Fehler, ja große Fehler begangen hat. Aber es gab viele Mitverantwortliche. Die Annahme des Amtsverzichts durch den Papst wurde wegen der hasserfüllten Lage im Bistum unumgänglich. So ist auch die Ermahnung des Papstes an die Gläubigen und den Klerus, „in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden“, zu verstehen.

Die Entscheidung des Papstes, der die Situation im Bistum sichtbar gut kennt, war klug und barmherzig zugleich. Erste Stellungnahmen von Priestern lassen jedoch vermuten, dass viele Geistliche und synodale Vertreter auch künftig die vom Papst geforderte Barmherzigkeit gegenüber ihrem bischöflichen Mitbruder vermissen lassen. Wie sehr der Papst in Sorge ist, kann man in seinem apostolischen Schreiben (Punkt 100) vom November 2013 nachlesen: „Darum tut es mir so weh festzustellen, dass in einigen christlichen Gemeinschaften und sogar unter gottgeweihten Personen Platz ist für verschiedene Formen von Hass, Spaltung, Verleumdung, üble Nachrede, Rache, Eifersucht und der Wunsch, die eigenen Vorstellungen um jeden Preis durchzusetzen, bis hin zu Verfolgungen, die eine unversöhnliche Hexenjagd zu sein scheinen.“

So ist es auch klug vom Papst, zum Apostolischen Administrator einen Bischof von außerhalb zu bestellen. Klug wäre es aber jetzt auch, wenn die mitverantwortlichen Domkapitulare ihren Rücktritt erklären würden, dann erst wäre ein wirklicher Neuanfang möglich.

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