Nach Ranickis Wut-Rede: Wie schlecht ist das Fernsehprogramm wirklich?: Goethe hat den passenden Satz

Zur Diskussion zwischen Thomas Gottschalk und Marcel Reich-Ranicki (DT vom 21. Oktober): Wenn von der Kathedra des Altmeisters das magistrale Urteil „scheußlich, abscheulich“ erschallt, und zwar nicht nur über die verunglückte Preisverleihung, sondern das TV-Geschehen generell, so sollte auch einmal erwähnt werden, dass Ulrich Wickert, weit in der Welt herumgekommen und zweifellos TV-Experte, das deutsche Fernsehen als „das beste der Welt“ bezeichnet. Nebenbei: Thomas Gottschalk hat die peinliche Szene grandios gemeistert.

Die Sache ist im Grunde einfach: Es bedarf der Vielfalt: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“ (Goethe, Faust). Oder, wie RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt sagt: „Wenn jemand in die Fernsehzeitschrift schaut und sagt, dass er nichts findet, ist das so, wie wenn Claudia Schiffer vor ihrem Kleiderschrank steht und sagt: Ich habe gar nichts zum Anziehen.“

Auf meine Person bezogen: Wenn es nur heißt „mit Dieter Boh-“, schalte ich schon ab, ohne das „len“ abzuwarten. Dagegen bin ich begeisterter Zuschauer bei der „Lindenstraße“. Interessant ist jedesmal, wie mitleidig hochmögende Geistesträger reagieren, wenn man das zugibt.

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