Mein Weltjugend- Tagebuch

#Gutmensch?

3. Tag: 27. Juli

Heute begann der erste volle Weltjugendtagstag mit Katechesen. In der Kirche direkt bei der Schule, in der meine Gruppe und ich schlafen, hielt Kardinal Woelki uns eine der Katechesen, die sich alle um das Weltjugendtagsmotto, also Barmherzigkeit, drehen. Während dieser Zeit war durchgehend Beichtgelegenheit, was auch rege genutzt wurde. Danach war noch eine Fragestunde, in der man den Kölner Erzbischof löchern konnte. In Krakau am Nachmittag konnten wir das Sanktuarium Johannes Pauls II. besuchen, das zwar in polnischer Manier relativ patriotisch, aber gekonnt die wichtigsten Botschaften des Erfinders der Weltjugendtage beinhaltete. Auch hier war es natürlich sehr voll mit Weltjugendtagspilgern, alle wollten dem Vermächtnis dieses Mannes, der die Weltjugendtage angestoßen hatte, ein wenig näherkommen. Alles scharte sich um das ausgestellte Papstgewand, das Johannes Paul II. am Tag des Attentats trug. Anschließend pilgerten wir zum Sanktuarium der heiligen Faustina, wo ihr berühmtes Bild vom barmherzigen Jesus ausgestellt ist und hatten dort mit allen deutschsprachigen Pilgern eine Vigilfeier. An Faustinas Bild scheiden sich die Geister von kitschig bis tiefgehend anrührend. In dieser Vigil war es unser Strahl nach oben, unser Bild, wie Barmherzigkeit gelebt werden kann, wenn wir sehen, wie die blauen und roten Strahlen wie Blut und Wasser zu uns fließen und uns Jesus dabei liebevoll anschaut.

4. Tag: 28. Juli

Nach Katechese und anschließendem Mittagessen mit Bischof Ackermann fuhren wir wieder nach Krakau, denn heute war die Begrüßung mit dem Papst auf der Bloniawiese. Es war unglaublich voll, man musste extrem aufpassen, die Gruppe nicht zu verlieren, aber anders als bei anderen Massenveranstaltungen verläuft hier alles so ruhig und gelassen. Während der Begrüßung wurden alle Länder, aus denen Weltjugendtagspilger da sind, vorgestellt, sodass mir mal wieder klar wurde: du gehörst einfach einer Universalreligion an. Die Flaggen sind hier kein Zeichen der Trennung, wie manche Politiker bei der Fußballeuropameisterschaft zu propagieren versuchten, sondern Zeichen, dass Christus auf der ganzen Welt wirkt. Sie sind ein Zeichen von Identität, aber gleichzeitig vereinen wir uns beim Weltjugendtag und zwar nicht, um uns selbst zu feiern, sondern Gott. Auch Papst Franziskus betonte dies in seiner extrovertierten Ansprache und forderte uns immer wieder auf, Christus als konkrete Person in unser Leben zu lassen und uns für eine bessere Welt einzusetzen. So nah an unserem Leben, an den Situationen, in denen sich junge Menschen befinden, war seine Ansprache. Es ist gut, dass er jetzt in Krakau ist, unser Papst!

Die Autorin, 20, nimmt am Weltjugendtag teil.

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