Korrekturhinweis zur Meldung vom Tod von Carmen Hernandez (DT vom 23. Juli): Sie ist ein veritabler Mann

„Ist denn das Neokatechumenat von zwei Frauen gegründet worden?“, fragten mich in den letzten Tagen auf Grund einer Agenturmeldung erstaunte Katholiken, als die ersten Nachrichten über den Tod von Carmen Hernández hereinkamen. Auf diese falsche Idee konnte man kommen, wenn man auch „Die Tagespost“ vom letzten Samstag las, wo im Zusammenhang mit der verstorbenen Mitgründerin die „Künstlerin Argüello“ genannt wurde.

Nun ist die „Mitgründerin Argüello“ allerdings ein veritabler Mann, der den Vornamen „Kiko“ trägt, der ebenfalls nicht genannt wurde. Jeder, der den Mitgründer des „Weges“ einmal mit seinem sonoren Bass in typischer Weise singen gehört hat, kommt nun wirklich nicht auf die Idee, dies könne eine Frau sein. Ein weiterer Mann, nämlich der ganz am Ende ohne seinen Vornamen und auch nicht als Pater bezeichnete „Pezzi“ ist der dritte Mitgründer, der vollständig Pater Mario Pezzi heißt. Auch bei Wikipedia alles korrekt nachzulesen.

Diesem „Dreigestirn“ gelang die in der Kirchengeschichte ziemlich einmalige Gründung einer Gemeinschaft, die von etwa 20 Mitgliedern in den 1960er Jahren auf heute über eine Million Mitglieder angewachsen ist. Die sehr strengen Regeln dieser katholischen Gemeinschaft wie etwa drei Treffen pro Woche, dazu Exerzitien und missionarische Aktionen, halten Menschen, die bisher vom christlichen und katholischen Glauben oftmals sehr „unbeleckt“ waren, nicht davon ab, dieser Gemeinschaft beizutreten und dort mitzuarbeiten. Sie ist eine der besten Beispiele für die gelingende Erst- und Neuevangelisation innerhalb der katholischen Kirche.

Auch im Erzbistum Hamburg wuchsen in den letzten beiden Jahrzehnten die Gemeinschaften des Neokatechumenalen Wegs durch Mission und Gebet auf rund 180 Mitglieder an, woraus schon drei Priesterberufungen hervorgingen. Die Gemeinschaften des Neokatechumenats sind inzwischen in den Bundesländern zwischen Nord- und Ostsee mit einem eigenen Priesterseminar in Berlin die inzwischen zahlenmäßig weitaus größte aller Neuen Geistlichen Gemeinschaften.

In den letzten Wochen und Monaten durfte ich katechetisch die Konversion eines jungen Mannes dieser Gemeinschaft und die folgende Hochzeit begleiten, die in großartiger Weise von Mitgliedern des „Weges“ gestaltet wurde. Das dabei gezeigte Engagement, die Treue zur Kirche und zur Bibel müssen jeden erstaunen, der vermeintlich „normales katholisches Leben“ kennt. Maßgeblich speist sich der missionarische Einsatz, die Glaubenskraft und die Bibeltreue dieser Katholiken aus den Inspirationen der Theologin Carmen Hernández und ihrer beiden männlichen Mitgründer.

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