Kirche in der Krise: Immer weniger Glaubenswissen: Täglich für unsere Bischöfe beten

Sebastian Pilz hat einen sehr ernüchternden Bericht gegeben („Ein Muslim, ein Glaubensbruder“, DT vom 17. März). Was sind die Ursachen hierfür? Nach dem Zweiten Vatikanum setzte im kirchlichen Bereich eine Flut von Veränderungen ein, die man mit dem sogenannten Geist des Konzils begründete, die man aber dem Konzil nicht anlasten kann.

Wer diese Zeit bewusst erlebte, der weiß, dass es dadurch zu keinem erhofften kirchlichen Aufblühen kam, sondern in weiten Bereichen zu einem Abbruch. In bestimmten Kreisen nahm man sogar Abschied von Vinzenz von Lérins Forderung in seinem berühmten ersten Kanon von Commonitorium, „das festzuhalten, was überall, was immer, was von allen geglaubt wurde“. Bischöfe überließen Theologieprofessoren, Priestern und kirchlichen Mitarbeitern das Feld für die verkopfte Umgestaltung, ja, sie wirkten zum Teil fleißig mit.

Wenn es nicht bald zu einer radikalen Umkehr kommt, werden sich die jetzt vorhandenen Zustände weiter verschlimmern. Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Franjo Kardinal Seper, äußerte sich bereits wie folgt: „Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe.“ Eine Zustandsänderung lässt sich jedoch nur mit den Bischöfen erreichen und nicht gegen sie. Wir Gläubigen haben „das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten unsere Meinung mitzuteilen“ (Can 212, § 3 CIC). Nennen wir die Fehlentwicklungen und fordern wir unsere Bischöfe auf, ihr „Wächteramt“ ernst zu nehmen, worüber sie dem Herrgott einmal Rechenschaft geben müssen. Vor allem aber: Beten wir täglich besonders für unsere Bischöfe.

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