Kardinal Woelki erinnert an den heiligen Niklaus von Flüe: Überzeugender Appell zum Frieden

Zu „Der letzte große Mystiker des Mittelalters“ (DT vom 26. September): Wenn der Berliner Kardinal Woelki während der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in seiner Predigt dem Aufruf zum Frieden das segensreiche Wirken Niklaus von Flües zu Grunde legte, erfüllt mich das mit Freude und Dankbarkeit. Dass die Verehrung unseres Landespatrons weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt, beweist, wie dessen Botschaft heute erkannt und verstanden wird.

Der Kardinal zitierte aus dem Brief des Bruder Klaus an die Berner Regierung: „Fried ist allweg in Gott, denn Gott ist der Friede... “. Überzeugend entfaltete er daraus seinen Appell zum Frieden. Auf dass diese Predigt doch auch in den Verhandlungszimmern der hohen Politik und in vielen kirchlichen Gremien gehört würde. Dazu würde gleich noch ein weiteres Zitat aus dem erwähnten Berner-Brief passen: „Gehorsam ist die größte Ehr. “ Vier Worte, die sich sehr wohl als Predigtstoff ausdeuten ließen.

Nebenbei: Abschließend eine häufig zu machende Feststellung. Wer mag nur der frühe „Sünder“ gewesen sein, der entgegen allen autorisierten Quellenangaben den Nachnamen des Heiligen verfälscht hat? Selbst in der Schweiz liest man immer wieder „Niklaus von der Flüe“. Falsch. Sein Name ist: Niklaus von Flüe (ohne den Artikel „der“); so wie es auch die Namen von Moos, von Känel, von Arx und so weiter. gibt. Richtig ist, dass Herr von Flüe in der Nähe einer Felswand (mundartlich Flüe) gewohnt hat. Nun, der Heilige dürfte über diesen Wortkrieg schmunzeln.

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