In Spanien herrscht ein „Kulturkampf“: Der Wahrheit verpflichtet

Dem Leserbrief von Herrn Creutz (DT vom vom 10. Januar) muss widersprochen werden. Nur die Überschrift traf die Sachlage: Das Familientreffen in Madrid war in der Tat ein Affront für die Sozialisten, obwohl die Kirche das nicht bezweckte. Sie ist halt der Wahrheit verpflichtet: daher die Ablehnung der Abtreibung, der Homoehen, der schnellstmöglichen Scheidungsverfahren, der finanziellen Benachteiligung der Familien, der den Atheismus fördernden Staatsbürgerkunde etc.

Nun, alles andere im Brief von Herrn Creutz entbehrt meines Wissens jeder Grundlage. In den 40 Jahren ging es uns allen, mit Ausnahme weniger, ziemlich schlecht, nicht nur der Arbeiterklasse. Die Folge waren der Krieg in Spanien und die Revolution der Anarchisten, Kommunisten und Sozialisten (unter den Anarchisten und Kommunisten gab es eine Spaltung, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte, die die Kommunisten gewannen). Deshalb war der Bürgerkrieg ein Krieg gegen die Kommunisten und die ihnen helfenden Sozialisten. Über den Grund des spanischen Bürgerkriegs hat Robert Kramer (Leserbrief vom 12. Januar) objektiv und korrekt informiert.

Abgesehen von alledem verhinderte der 2. Weltkrieg den Wiederaufbau Spaniens. Danach kam der Komplott der Staaten gegen Spanien, trotz der Versprechungen der Alliierten während des Krieges: Die linken Regierungen Englands und Frankreichs verhinderten die Miteinbeziehung Spaniens in den Marshallplan. Erst mit dem Vertrag zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten 1952 begann langsam der Aufschwung. Es ist eine Unterstellung zu sagen, „zur Messe gingen nur die Bessergestellen“. Die meisten Priesterberufungen kamen damals aus einfachen Familien vom Lande. Die Kirche hat eine aktive Mission entwickelt. Fast vierzig Prozent der Bevölkerung ging damals sonntags zur Kirche.

Und noch kurz zu den Seligsprechungen der Märtyrer der Kirche. Es waren 13 Bischöfe, mehr als 2 500 Priester, 260 Nonnen und 200 Seminaristen und Novizen, und unzählige Laien, die getötet wurden aus dem einfachen Grund, weil sie katholisch waren. Das kann man nicht mit einem „ohne das übliche Kriterium erlebter Wundertätigkeit“ abtun. Abgesehen davon, dass bei der Seligsprechung von Märtyrern ein Wunder gar nicht verlangt wird, sind viele Wundertaten geschehen, die man den Märtyrern des Kirchenhasses zuschreibt.

Und noch ein Letztes: Führende Sozialisten der früheren und neueren Regierungen gehörten damals wie heute zu den „Bessergestellten“ oder sie haben ihr Studium dank eines Stipendiums der Francoregierung beenden können.

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