In Bewegung setzen

Gemeinsamer Erfolg

Advent heißt Ankunft. Die Welt harrt der Ankunft des Messias, die Welt erwartet IHN, dessen Kommen keineswegs an unsere Erwartung gebunden ist. Er kommt und ist gekommen, und „der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker“, heißt es in Psalm 98,2, von dem ganzen Menschengeschlecht.

Dieses Menschengeschlecht sind wir, die wir auf das hoffen und warten, was uns heil macht. Was aber macht uns heil? Es ist ganz fundamental der Glaube an die Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz, dass ich „Sinn mache“.

Alles andere, was uns auf diese Frage nach dem Heil einfallen mag, fällt unter diese eine Zusage, nämlich dass Gott der Urgrund allen Daseins ist. Ohne IHN ist Alles Nichts, Seine Geburt ist deshalb Befreiung. Eine Sinn-lose Welt bedeutet ewigen Tod. Selbst wenn der neuzeitliche Mensch fähig ist, sein „Ich“ zu sprechen – nur das „Ich“ vor Gottes Angesicht hat Bestand.

Was heißt Advent dann für uns? In erster Linie bedeutet dies für uns ein „sich aufmachen“. Wenn wir daran glauben, dass Gott, der sich dem Mose als der, „Ich bin, der Ich bin (Ex 3,14)“, quasi als der, der (überhaupt) IST, bekannt gemacht hat, Mensch geworden ist und im Leben und Handeln des Sohnes sein Heil kundgetan hat, dann müssen wir uns aufmachen, um diesem erkannten Sinn immer mehr zu entsprechen.

„Ohne IHN ist

Alles Nichts,

seine Geburt ist

Befreiung“

Es geht darum, unseren Glauben glaubhaft zu machen. Der Glaube an Gott und damit an die Sinnhaftigkeit allen Seins muss sich schließlich artikulieren, er muss unser Leben prägen, weil er uns im Blick auf die Welt und den Mitmenschen immerzu die Perspektive auf das je größere in Gott eingibt.

Sinnbildlich für dieses „Sich aufmachen“ stehen vor allem die Hirten und die Weisen aus dem Morgenland, die zur Krippe des Kindes ziehen. Sie zeigen uns die rechte Haltung, welche die Haltung der Anbetung ist. Advent soll uns darum hin zur Anbetung Gottes bewegen, ihn zu preisen, weil er uns aus seiner Sinnstiftung heraus den Weg des Lebens offenbart.

Und wir spüren auch: Wenn wir uns zu Gott hin aufmachen, bedeutet dies in erster Linie umzukehren. Weil wir unser Leben auf die vergänglichen Dinge ausgerichtet haben und unser Leben damit der Sinnlosigkeit preisgeben, sind wir zur ganzheitlichen Umkehr aufgefordert. Das Zeugnis der Schrift und unser Gewissen weisen uns diesen Weg.

Advent ist Ankunft, Aufmachen und Umkehr in Einem. Jedes Jahr sind wir aufs Neue in der geprägten Zeit des Advents dazu aufgerufen, uns in Bewegung zu setzen. Wozu? Um sich auf Gott auszurichten, IHM nahekommen zu können, IHN kennenzulernen und um in der Weihnachtsbotschaft eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn unseres Daseins ergreifen zu können.

Der Autor, 24, studiert Katholische Theologie in Regensburg

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