Im Priesterseminar in Brixen wohnte auch Abt Franz Pfanner: Trappistenklöster gegründet

Wird wohl Papst Benedikt in seinem Urlaubsdomizil – dem Priesterseminar in Brixen – daran erinnert, dass in diesem Haus der (Mit-)Begründer von drei Trappistenklöstern, für den der Seligsprechungsprozess am 9. März 1964 eröffnet wurde, 1846 bis 1850 das Theologiestudium absolvierte und am 28. Juli 1850 im Dom zu Brixen die Priesterweihe empfing?

Die von Abt Franz Pfanner praktizierten missionarischen Prinzipien sind auch heute aktuell! Seine charismatische, von alemannischem Naturell geprägte Persönlichkeit begeisterte eine erstaunliche Anzahl junger, zum Teil schon lebens- und berufserfahrener Männer für eine lebenslange Bindung an eine Kommunität, die den asketischen Lebensstil der Trappisten pflegte, wenn auch die Regel des Schweigens an die missionarische Tätigkeit angepasst wurde. Gewiss provozierend für die heutige „Spaß- und Genuss-Gesellschaft“, in der das Handy permanent in Aktion ist.

Bedenkenswert ist zudem die internationale Zusammensetzung der Mönchsgemeinschaften (1868 in Rom Tre Fontane am Ort der Enthauptung des Apostels Paulus; 1869 Mariastern bei Banjaluka in Bosnien, einem Land mit mehrheitlich moslemischer Bevölkerung, das 1463–1878 zum osmanisch-türkischen Staatsgebiet zählte; 1882 Mariannhill bei Durban/Südafrika), deren Gründung in eine Zeit fiel, in der unter europäischen Staaten Rivalitäten und Kriege stattfanden:

1859 „Italienischer Krieg“ in Norditalien zwischen Frankreich und Österreich; 1866 „Deutscher Bruderkrieg“ zwischen Preußen und Österreich; Sommer 1870 „Deutsch-Französischer Krieg; September 1870 Erstürmung der Papst-Stadt Rom durch Soldaten des „Neuen Italien“; 1877/78 Krieg zwischen Russland und dem osmanisch-türkischen Staat; von 1806 bis 1910 Streit und Kampf zwischen Briten und Buren um die Vorherrschaft in Südafrika. Demgegenüber galt für Abt Pfanner die Maxime: Nicht Konfrontation, sondern Kooperation.

Themen & Autoren

Kirche