„Ihr Auftritt, Frau Käßmann“: Auch Glossen haben ihre Grenzen

Die Glosse „Ihr Auftritt, Frau Käßmann“ (DT vom 7. Juli) erinnert unwillkürlich an die Worte Jesu Christi: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ (Joh. 8,7).

Immerhin hat Frau Käßmann nie den Namen ihres Mitfahrers preisgegeben, der sie, ohne vom Fahren abzuhalten, hat fahren lassen. Auch wollte sie mit ihrem Rücktritt als Bischöfin denen, die ihr diese Schwäche, alkoholisiert Auto gefahren zu sein, niemals verzeihen können, den Worten des Herrn eingedenk, permanent kein Ärgernis geben. Sie hat daher die Konsequenzen gezogen und das ehrt sie.

Mit oder ohne Frau Käßmann wird beim Besuch Papst Benedikts XVI. mit der lutherischen Kirche ein Gespräch nicht einfach werden. Tangiert doch die Auseinandersetzung mit Luther die Zeit des „Universalienstreits“ und damit unterschiedliche Auffassungen von Glauben, Schriftverständnis, Gnade, Kirche und die Berechtigung von Weihepriestern. Tolerantes gegenseitiges Verstehen ist daher, trotz mangelnder Übereinstimmungen, angebracht.

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16.09.2021, 13 Uhr
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