Identitätskrise des Amtes und Vielfalt der Priesterbilder: Christus berief Zeugen und keine Dozenten

Sie berichten über die Tagung mit Walter Kardinal Kasper in Vallendar („Nur Zeugen können überzeugen“, DT vom 20. März). Ihr Bericht hat mich sehr angesprochen. Es ging und es geht um die Identitätskrise der Amtsträger und um die Vielfalt der Priesterbilder. Kardinal Kasper benannte in seinem Referat vier Merkmale, die für das Wesen priesterlicher Existenz unverzichtbar sind: Der Priester soll ein Mann Gottes sein, er soll Freund, Bote und Repräsentant Jesu Christi sein, er soll zugleich Freund der Menschen sein, einer, der Freude und Hoffnung, Ängste und Sorgen der Menschen teilt, er soll schließlich ein Mann der Kirche sein. Jawohl, priesterliche Existenz ist in heutiger Zeit mehr denn je Zeugenexistenz.

Das alles muss eingeübt werden und sollte im Mittelpunkt des letzten Teils der Priesterausbildung im Priesterseminar stehen. Christus berief keine Dozenten, sondern Zeugen. Diese Zeugnishaftigkeit, dokumentiert im Priesterseminar in menschlich sympathischer Form, wird für viele spätere Priester unvergessen bleiben.

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