Humanae vitae und die Natürliche Empfängnisregelung : Wichtig und notwendig, das bekannt zu machen

In der „Tagespost“ vom 11. Januar, erschien ein Artikel „Fruchtbarkeit ist keine Krankheit“ von Michaela Koller und Monika Espe. Gerade in dieser Zeit, wo nach den ersten Veröffentlichungen der Umfragen aus dem Vatikan zu Ehe und Familie und Humanae vitae eine sehr große Zahl die Enzyklika und Natürliche Empfängnisregelung (NER) ablehnt, ist es sehr wichtig und notwendig, NER durch solche Artikel und Beiträge mehr bekannt zu machen.

Am Schluss des oben genannten Artikels ist ein Hinweis, dass die Schwestern von Mutter Teresa auch in diesem Bereich tätig sind und NER in Indien unter Frauen bekannt machen, die weder lesen und schreiben können und sogar obdachlos sind. Ich habe erstmals 1978 davon erfahren. Durch ein Informationsblatt der Steyler Missionare wurde mir damals bekannt, dass in Melbourne ein internationaler Kongress stattfindet zum Jubiläum „Zehn Jahre Humanae vitae“ und dass bei diesem Kongress vom 10.–19. Februar 1978 die Natürliche Geburtenregelung nach der Methode Dr. Billings bekannt gemacht und ein Erfahrungsaustausch aus vielen Ländern stattfinden wird. Es wurde berichtet, dass auch Mutter Teresa von Kalkutta teilnehmen und auch ein Referat beitragen wird.

Mutter Teresa hat damals in Indien mit ihren Schwestern NER bekannt bemacht durch Information und Beratung. Es wurde berichtet, dass sie von Indira Gandhi die Erlaubnis erhalten habe, den Frauen, die über NER beraten wurden, auch einen schriftlichen Beleg auszustellen über die Beratung. So konnte sie dadurch viele Frauen vor den damals durchgeführten Zwangssterilisationen und anderen Zwangsmaßnahmen zur Geburtenregelung schützen. Mutter Teresa hat damals NER humorvoll als „holy family planning“ bezeichnet. Mutter Teresa hat also damals mit ihren Schwestern „Beratungsscheine“ ausgegeben, um die Frauen vor Zwangsmaßnahmen zur Geburtenregelung zu schützen! Dagegen hat man später in Deutschland „Beratungsscheine“ ausgestellt, um den Frauen die Abtreibung zu ermöglichen!

Über die Tätigkeit von Mutter Teresa im Bereich NER war in der Zeitschrift „Der Fels“, Nr. 2/2005 ein Bericht von Frau Elisabeth Rötzer: Mutter Teresa und ihre Schwestern haben den Armen in Kalkutta mit großem Erfolg die Natürliche Empfängnisregelung gelehrt, um der Not der Frauen und dem Übel der Abtreibung zu begegnen! Wie kamen Mutter Teresa und ihre Schwestern dazu, diesen Weg der NER den Ärmsten der Armen zu lehren? Der Beginn war 1967 – im selben Jahr, als die deutschen Moraltheologen beschlossen haben, die Lehre der Kirche abzulehnen und den Ehepaaren das Wissen um die Lebbarkeit dieser Lehre vorzuenthalten. Über diesen Beschluss der deutschen Moraltheologen, die natürliche Empfängnisregelung abzulehnen, berichtete die „Tagespost“ am 28. Dezember 2013 in Nr. 156: Christoph Casetti: Paul VI. und sein prophetisches Lehrschreiben Humanae vitae.

1967 trat eine junge indische Frau in den Orden der Mutter Teresa ein, die auf der Insel Mauritius von einem Arzt-Ehepaar in NER ausgebildet wurde. Ihr Ordensname ist Sr. M. Paulette. Mit Erlaubnis von Mutter Teresa begann Sr. M. Paulette ihre NER-Tätigkeit in Kalkutta mit sieben Ehepaaren und ab 1969 wurde mit der systematischen Betreuung von Familien begonnen. Im Zeitraum von September 1969 bis Anfang 1980 wurden 108 Zentren in Kalkutta errichtet mit 120 Lehrkräften und 20 Schwestern, die diese Arbeit betreuten. Die ausgebildeten Helferinnen wurden in verschiedene Teile Indiens gesandt, um auch dort diese NER-Arbeit zu verrichten. Monatlich waren es 400–500 neue Klienten...

Eingebettet in diese Arbeit der Natürlichen Empfängnisregelung ist die Gesamtsicht vom Menschen als Geschöpf Gottes, von ihm geliebt und zur Liebe berufen. So ist für Mutter Teresa der Weg der NER eine Antwort des Menschen auf die Liebe Gottes... Mutter Teresa, die am 19. Oktober 2003 seliggesprochen wurde, ist von NER – dem Institut für Natürliche Empfängnisregelung Prof. Dr. med. Rötzer e.V.“ – zur Schutzpatronin für diese Arbeit auserkoren... Soweit der Bericht aus „Der Fels“ 2/2005.

Mögen durch die Fürsprache der Seligen Mutter Teresa viele Eheleute diesen Lebensstil der NER wählen, danach leben, und so eine glückliche Familie begründen und Zeugnis geben für die Wahrheit der Lehre von Humanae vitae.

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