Hirntod und Organspende : Viele Menschen sind verunsichert

Zum Beitrag „Die Frage nach dem Lebensende wird immer drängender“ von Alexander Riebel in der Tagespost vom 15. Oktober: Sie schreiben dort, dass Waldstein in seinem Buch Zweifel an der Hirntod-These geäußert habe. Das ist eine schwer verständliche Formulierung. Was besagt die Hirntod-These? Das Sterben ist ein Vorgang, der ziemlich lange dauern kann. Am Anfang kann dieser oft durch intensivmedizinische Maßnahmen behoben und der Patient wieder in das Leben zurückgeholt werden. Für die Organentnahme für die Transplantation ist entscheidend, ab wann der Sterbevorgang irreversibel geworden ist. Dafür hat sich die Feststellung des Hirntodes bewährt. Nach den geltenden Richtlinien muss dieser von zwei Ärzten mit Erfahrungen auf diesem Gebiet unabhängig voneinander festgestellt werden. Die Bundesärztekammer versichert, dass bis heute noch kein einziger Fall bekannt geworden ist, bei dem ein Patient nach der korrekten Feststellung seines Hirntodes wieder in das Leben zurückgeholt werden konnte. Man liest immer wieder von Behauptungen, dass das gelungen sei und auch von schrecklichen Dingen, die der Patient dabei erlebt habe. Das verunsichert viele Menschen und hindert sie daran, ihre Spendenbereitschaft zu erklären. Die Richtlinien sind vor einigen Jahren präzisiert worden. Möglicherweise stammen die betreffenden Berichte aus früheren Zeiten und stützen sich auf eine damals noch fehlerhafte Untersuchung. Aus der Perspektive von Patienten, die dringend auf ein Spenderorgan warten, ist es sehr bedauerlich, wenn solche Gerüchte verbreitet werden.

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