Herbstvollversammlung: Deutsche Bischofskonferenz beschließt Dialoginitiative: Der „Reformstau“ ist nicht das Hauptproblem

Die Bischöfe haben in Fulda als anscheinend wichtigstes Ergebnis ihrer Beratungen eine „Dialoginitiative“ beschlossen, von der sie sich wohl eine positive Reform erhoffen. Hat es aber in den letzten Jahrzehnten nicht schon genügend Diskussionen über die vorgeschlagenen Themen gegeben?

Das Ergebnis ist deshalb frustrierend, weil man meist außer acht gelassen hat, dass echte Erneuerung nur von innen kommen kann. Unser Hauptproblem ist nämlich nicht der angebliche Reformstau, sondern der weitverbreitete Glaubensschwund und die spirituelle Kraftlosigkeit bis hinein in die Theologenzunft. Es wäre deshalb angebracht, vor allem darüber zu reden, wie wir allgemein wieder zu einer vertieften Gebets- und Glaubenserfahrung kommen können.

Die Bischöfe sollten sich auch fragen, warum trotz Religionsunterricht bei der jungen Generation kaum noch substanzielles Glaubenswissen vorhanden ist und die Zweifel und Unsicherheiten überwiegen? Von den theologischen Lehrstühlen gehen bestimmt nicht viele positive Impulse aus, und viele Religionsbücher sind nicht geeignet, den Glauben an Christus zu festigen. Ein folgenschweres Versäumnis der zuständigen kirchlichen Instanzen unseres Landes besteht auch darin, seit Jahrzehnten widerstandslos einen schulischen Sexualkundeunterricht hinzunehmen, der ganz auf der Linie der sexuellen Revolution liegt und in wichtigen Punkten der christlichen Moral widerspricht. Hier liegt eine der Ursachen für die Gleichgültigkeit von vielen Jugendlichen gegenüber Glaube und Kirche, ja sogar für das Scheitern vieler Ehen sowie noch manch andere gravierende, negative Auswirkungen. Darüber zu beraten, wäre dringend nötig.

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