Gerhard Ludwig Müller neuer Präfekt der Glaubenskongregation: Bleiben wir ihm im Gebet verbunden

Viele, die den Münchener Professor Gerhard Müller gekannt haben, waren nicht erstaunt darüber, dass er Bischof wurde, aber viele haben schon damals vermutet, dass er nicht als Bischof von Regensburg sterben wird. Schon als seine Ernennung bekannt wurde, haben sich mehrere Gruppierungen auf ihn eingeschossen. Sie haben vorausgesehen, dass sie es mit einem Mann zu tun bekommen würden, der sich nicht mit mancherlei Fehlentwicklungen abfinden wird. Die Gruppe, die sich als „Kirche von unten“ titulierte, hat schon vor seiner Weihe in den Medien Stimmung gegen ihn gemacht. Und wer sich nur über die Presse informieren konnte, konnte nur ein verzerrtes Bild vom neuen Bischof bekommen. Es waren schwere Zeiten für ihn, aber er ist bei seiner Linie geblieben. Sogar Verleumdungen musste er ertragen, und die Anfeindungen sind an ihm nicht spurlos vorübergegangen.

In den Jahren seiner Bischofszeit in Regensburg haben immer mehr Diözesanen in der Begegnung mit ihm erfahren, dass er ein Segen für das Bistum geworden ist. Sein Mühen in der Seelsorge ist nicht ohne Früchte geblieben. Und jetzt bedauert mancher ehemalige Skeptiker, dass Bischof Müller aus Regensburg weggerufen wurde. Es sollte freilich nicht beim Bedauern bleiben. Bleiben wir mit dem neuen Erzbischof und dem Leiter der Glaubenskongregation im Gebet verbunden. Er braucht nicht nur für seine neue und wichtige Aufgabe den Beistand des Heiligen Geistes, sondern er wird wie in seinem ehemaligen Bistum auch in Rom Anfeindungen und Verleumdungen ausgesetzt sein. Das Echo in den deutschen Medien auf seine Ernennung gibt davon bereits einen Vorgeschmack.

Die Kirche der Gegenwart steht nicht nur in Europa vor großen Problemen und großen Aufgaben. Deshalb dürfen wir die Männer und Frauen, die in der Kirche besondere Verantwortung tragen, nicht alleine lassen. Da reicht es nicht, sich über die Berufung von Bischof Müller zu freuen und ab und zu für ihn zu beten. Empfehlen wir unseren Papst, den neuen Erzbischof Müller und alle Bischöfe dem allmächtigen Gott immer wieder in jeder heiligen Messe. Die Aussage von Reinhold Schneider ist immer noch gültig: „Allein den Betern wird es noch gelingen... diese Welt den richtenden Gewalten abzuringen.“

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16.09.2021, 13 Uhr
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