„Drei-Eltern-Baby“: Dammbruch statt Durchbruch : Im ideologischen Nebel verirrt : Auf der schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr

Zum Beitrag „Dammbruch statt Durchbruch“ von Stefan Rehder (DT vom 7. Februar): Wird mit dem objektiv zutreffenden Leid einzelner Kinderwunschpaare nicht moralischer Druck erzeugt, um ethisch fragwürdige Eingriffe am Beginn menschlichen Lebens durchzusetzen? Ich denke an die wenigen Frauen mit der Anlage zur Mitochondriopathie. Sie wünschen sich ein Kind aus der eigenen Eizelle. Der Wunsch wird gefördert und zum Recht auf ein Kind hingebogen. Die Chromosomen und die Mitochondrien sind zwei verschiedene Bestandteile der Eizelle. Das angebliche „Drei-Eltern-Baby“ bleibt ein Kind einer Mutter und eines Vaters im Hinblick auf die Erbinformation. Und wie würde es dann weitergehen? Ist Mitochondriopathie über die Chromosomen nicht vererblich, auch wenn in der „Drei-Eltern-Kind-Generation“ die Mitochondrien von einer anderen Frau adoptiert wurden? Gibt es schon Tierversuche?

Einige Frauen leben in einer gleichgeschlechtlichen eheähnlichen Partnerschaft und wünschen sich ein gemeinsames Kind, das beiden „Müttern“ ähnelt. Auch bei ausgewechselten Mitochondrien, Eihüllen etc. wird das Baby nur einer der Frauen ähnlich sein. Die Menschheit kann schon sehr viel, aber Grenzen bleiben und die hundertprozentige erfüllte Sehnsucht nach Glück bleibt ungestillt. Mit solchen Methoden wird die Sehnsucht nach einem perfekten Kind pathologisch ins Unermessliche getrieben. Da wäre noch die Tatsache der enormen physisch-psychischen Belastung vor allem für die „beiden Mütter“ zu erwähnen. Nicht selten entwickeln Frauen später erhebliche Gesundheitsprobleme, die zum Zwecke der „Ei-Ernte“ mit künstlichen Hormonen vorbehandelt werden müssen. Hierzu zählen die gehäuft auftretenden Brustkrebserkrankungen. Das könnte man auch keck Kundenbeschaffung der Medizin- und Pharmaindustrie auf Kosten der Frau nennen. Mein Herz sagt mir, dass diese In-Vitro-Idylle verrückt ist. Ein liebevoller Blick auf all die leidenden Personen, die sich hier im ideologischen Nebel verirrt haben genügt, um im Gebet einen Akt der Nächstenliebe zu setzen.

Danke der „Tagespost“ für die gute und ausführliche Berichterstattung zum „Drei-Eltern-Baby“. Auch ich halte das für einen Dammbruch, den man kaum für möglich gehalten hätte. Er gibt allerdings jenen bioethischen Experten Recht, die wie Stefan Rehder schon vor Jahren darauf hingewiesen haben, dass wir uns bioethisch oder sagen wir besser biopolitisch auf einer schiefen Ebene befinden, auf der es letztlich kein Halten mehr gibt. Genau das ist eingetreten. Und wir sind noch nicht am Ende dieses Abrutschens. Entsetzlich.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Abonnements

Kirche