Die Woche für das Leben : Ethischer Großbrand in bioethischen Laboren

Danke sehr für alle Artikel zur Woche für das Leben. Sie sind wie ein Weckruf, wie ein Feueralarm, dass unsere Welt wegen einem ethischen Großbrand in bioethischen Laboren und in vielen Köpfen bald wie eine abgebrannte Stadt aussehen könnte: das Haus „schwanger –welch ein Glück“ wird zur Ruine „das Kind muss durch ein Screening und erst einmal (aus-)gemustert werden“. Die Möglichkeiten der Selektion der Reproduktionsmedizin machen aus uns eine zwei-Klassen Gesellschaft: die optimalen, nach vielen Kriterien durchgecheckten Kinder und die nicht vorab hergestellten oder untersuchten, also die nicht-optimalen Kinder. Nicht-optimale und behinderte Kinder belasten angeblich das Glück der Eltern, belasten die Krankenkassen, sind daher unerwünscht und dürfen entweder in der Petrischale abgetötet werden oder – je nach Behinderung – bis kurz vor der Geburt im Mutterleib grausam getötet werden.

Die Goldgräberstimmung in den Biolaboren boomt, die Utopie jeglicher Machbarkeit fasziniert, der Zweck „ein Kind beziehungsweise ein gesundes Kind“ heiligt alle Mittel, auch das der Leihmutterschaft und das der vorgeburtlichen Selektion. Selbstverständlich ist der Wunsch von kinderlosen Paaren nach einem eigenen Kind verständlich. Doch sind die Opfer, die dabei entstehen, wirklich so zu rechtfertigen? Dürfen für ein gesundes Kind oder ein Zwillingspärchen wirklich die 3 bis 6 Geschwisterkinder abgetötet werden? Dürfen wir dafür die Gesundheit der Mutter oder der Leihmutter so angreifen? Ist eine indische Leihmutter nicht die neueste und zutiefst menschenverachtende Form von Sklaverei – gegen etwas Geld? Die Abtötung des Embryos in der Petrischale, der sich zu einem ebenso einzigartigen Menschen wie wir alle es sind, entwickeln könnte, wenn man ihn ließe, ist „normal“. Die täglichen Tötungen ungeborener Kinder (angeblich 360 Kinder pro Arbeitstag in Deutschland, also jedes 6. Kind), egal aus welchem Grund, ohne Narkose für das voll ausgebildete kleine Wesen, ist „normal“. Wer hier mahnend die Stimme erhebt, ist ein Fundamentalist, ein Feind der Forschung und ein Gegner der Selbstbestimmung der Frau. Die schöne neue Welt ist nicht schön – sie fordert zu viele Opfer und sie nimmt den schwangeren Frauen und den frischgebackenen Eltern die große Vorfreude auf ihr Kind, denn sie spielt mit den Ängsten und Wünschen nach einem gesunden Kind. Die Reproduktionsmedizin, die Selektion in der Petrischale und die Abtreibungen sind die schlimmste Form von Diskriminierung! Robert Spaemann sagte: Es gibt kein gutes Töten! Und Papst Benedikt XVI. sprach von der Ökologie des Menschen. Das Grundgesetz sagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Ich bin davon überzeugt, dass es die DNA von uns Christen ist, das Lebensrecht und die Würde jedes einzelnen Menschen zu verteidigen, gerade auch den Frauen im Schwangerschaftskonflikt Alternativen zur Abtreibung aufzutun und immer wieder – vor allem in der Politik – Vernunft und die Einhaltung ethischer Grenzen einzufordern. Wie gut, dass wir in Deutschland mittlerweile so viele Organisationen haben, die sich auf unterschiedliche Weise hier einsetzen. Teilweise rund um die Uhr! Wie gut, dass der Bundesverband Lebensrecht jedes Jahr den Marsch für das Leben organisiert. Wir Christdemokraten für das Leben (die CDL) sind vor allem in der Politik unterwegs. Wir werden immer laut darüber sprechen und das Recht auf Leben für jeden Menschen, ob winzig oder groß, ob gesund oder behindert, einfordern!

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