Diabolische Bluttaten: Das Böse ist ein Mangel an Gutem: Es bedarf der Gnade und der Nähe zu Gott

Die Art und Weise wie der Journalist Stefan Rehder in seinem Leitartikel (DT vom 26. Juli) die Unbegreiflichkeit dieses unfassbar grausamen Amoklaufs in München am vergangenen Freitag beschreibt, bringt eine Tatsache in den Fokus der Aufmerksamkeit, den auszusprechen mir – wie auch den meisten in meinem Umfeld – sehr schwer fällt.

Es gibt ihn, den Diabolus, „der ein leidenschaftliches Interesse daran hat, die leiblichen Hüllen von Gottes Ebenbildern vorzeitig auszulöschen“. Ohne in eine Schwarz-Weiß-Argumentation und Sichtweise zu verfallen, ist dies eine zutiefst im katholischen Glauben verankerte Wahrheit, die angesichts solcher Ereignisse auch gesagt werden muss.

Sowohl die Umstände des Lebens, sowie Entwicklungslinien legt die Psychologie offen. Doch die Frage, woher dieser unglaubliche Hass, diese Kraft und diese Konsequenz in der Durchsetzung, Menschen zu töten, kommt – und dass zeigt insbesondere auch das Morden in Saint Etienne in Frankreich –, lässt den Schluss auf eine unglaubliche Macht zu, die nur den Untergang und die Vernichtung des Menschen als Ziel haben kann.

Ich bin sehr dankbar, dass ich solch klare, unmissverständliche Worte in der „Tagespost“ lesen kann. Solche Klarheit begünstigt keine vorschnellen und einfachen Verurteilungen, sondern macht mich als Katholik wach und aufmerksam, darauf, dass es diesen Diabolus gibt.

Seine „Herrschaftsübernahme“, begünstigt durch gewaltbereite und verirrte Menschen – wie in diesen Attentaten – zeigt, wie sehr es auf der anderen Seite der Gnade und der Nähe Gottes bedarf, um umgekehrt eine Offensive der Liebe und Solidarität – und zwar ab sofort hier in Deutschland in München wie auch in Frankreich in Saint Etienne zu starten. Es sind derzeit Mächte im Spiel, die nicht mit politischer Aktion und psychologischer Analyse international und national alleine bezwungen werden können.

Das sind erschreckende, aber auch zugleich für Christen hoffnungsvolle Antworten auf die aktuellen Terrorakte. Vielen Dank!

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