Der Mythos 1968 und die Folgen: Von Atheisten und Toleranzisten

Wenn man sich einmal Zeit und Muse nimmt, die Medien zum gleichen Thema gründlich „durchzuschmökern“ (inkl. Internet- und Fernseh-Beiträge), kann man schon Bemerkens- und Nachdenkenswertes entdecken. Entscheidend ist dabei aber immer wieder, wie uns Bürgern das Geschehen von Politikern vorgeführt und von den Medien vermittelt und kommentiert wird. Im Folgenden nur wenige „Splitter“ aus den letzten Tagen.

Da findet man dann schon mal, in einer Buchrezension, das für einen Journalisten seltene Bekenntnis: „... ist typisch für eine Form des Journalismus, in der so viel Aufmerksamkeit auf die Stimmigkeit jedes noch so kleinen Details gelegt wird, dass der Blick auf das große Ganze mitunter verloren geht. ...“ „Na, ja“, denkt man, mal sehen was man sonst „Großes und Ganzes“ über das Jahr 1968, „Das Jahr der zerstörten Träume“ zu lesen finden kann? Erstaunt liest man dann die Frage ob die „68“ denn überhaupt sinnvolle Traditionen zerstört und überlieferte Werte verworfen hätten oder ob sie nur „verkrustete und verstaubte Daseinsweisen“ der Adenauerzeit aufgebrochen und abgeschüttelt haben!? Was so Schlimmes an der „Adenauerzeit“ zu finden war, wird allerdings nicht so klar und detailliert herausgestellt. Wahrscheinlich waren es die „Sekundärtugenden“, die den Träumen der „Blumenkinder“ von Sit-Ins, Happenings, Haschisch und „ein bisschen freierer Liebe“ entgegen standen und sie schließlich auf den „Langen Marsch durch die Institutionen“ zwangen. Die Aggressivsten landeten dann bei der RAF und die „Blumenkinder“ bei den Grünen und wurden Minister. Steine warfen sie nur in die Luft – wie Joschka Fischer – der bis heute noch nicht weiß, warum er Polizisten verprügelt hat und wie seinerzeit eine Pistole in sein Auto kam.

Im „Großen und Ganzen“ zieht sich ein „Roter Faden“ von dieser Zeit bis heute durch unsere Gesellschaft. Gerne beklagt man die Bildungsmisere und meint in Wirklichkeit die Wertemisere einer zunehmend zersplitterten Gesellschaft – und das kann man schon „global“ konstatieren. Im „Großen und Ganzen“ fühlen sich die meisten Bürger heute von Politik und Medien allein gelassen.

In einer Talkrunde kann sich ein arroganter, sogenannter Wirtschaftsfachmann, über das Missverhältnis der Anzahl von Rentnern zu den jüngeren Jahrgängen, unwidersprochen(!) abfällig gegenüber den Älteren äußern, indem er sie die „Generation Mercedes“ betitelt. Dass diese Generation „ihren Mercedes“ erst einmal mit den Händen aus Schutt und Asche buddelte, darüber spricht niemand. Dass das „Wirtschaftswunder“ – was aus heutiger Sicht tatsächlich an ein Wunder grenzt – erst den „68ern“ ihren „Lebensstil“ ermöglichte, weil ihre Väter und Mütter ihnen dort noch Steine aus dem Weg räumten, wo gar keine Hindernisse mehr waren, erklärt niemand. Schließlich muss sich die Generation der 1935 und früher Geborenen noch entschuldigen, weil sie als „alte“ Nazis diese Zeit überlebt haben, denn sie haben mindestens einmal in ihrem Leben den „Hitlergruß“ ausgesprochen.

An diese Zeit erinnert wird man auch, wenn man liest, dass ein Staatsanwalt in einer Talk-Show nicht auftreten darf, weil er „nicht die Linie seines Vorgesetzten vertritt!“. Aber warum soll das Problem „Jugendgewalt“ nicht im Wahlkampf diskutiert werden? Das Thema „öffentliche Sicherheit“ betrifft nun einmal die Bürger in ihrer Gesamtheit, während ein flächendeckender Mindestlohn eben einen speziellen Bereich von Betroffenen bewegt.

Wie würden unsere Medien über die Politik und die Parteien herfallen, wenn sie das, was den Bürgern „auf der Seele brennt“, ausklammern würden – undenkbar! Das Ganze als „bloße Wahlkampfrhetorik“ hinzustellen, „die man nicht allzu ernst nehmen sollte“ (DT vom 10. Januar, Johannes Seibel), heißt dann aber auch ,„die Bürger nicht allzu ernst zu nehmen“, ganz zu schweigen von den unflätigen Anwürfen aus der „linken Ecke“ an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Da lassen die in den nächsten Monaten anstehenden Wahlkämpfe ja noch einiges erwarten – an Bildungsmisere und Werteverlust bei Politikern. Wir haben nicht nur aggressive Atheisten sondern untolerante „Toleranzisten“, die nur ihre eigene Meinung gelten lassen. Dass sehr viele ausländische Jugendliche an Gewalttaten beteiligt sind, wird auch durch Toleranz nicht unwahr! Dass diese Besserwisserei heute schon fast gesellschaftliches Allgemeingut geworden ist, das ist ja nun wirklich auch kein Trost!

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