Der „Fall Wagner“ und die katholische Kirche in Österreich: Die eigene Autorität untergraben: Von wegen Toleranz der Liberalen: Das ermuntert zu neuen Protesten: Alles bestens in der Diözese Linz: Unverzichtbare katholische Stimme

Zusammen mit den Medien haben liberale Kräfte es geschafft, Pfarrer Wagner als „Außenseiter der Kirche“ hinzustellen. Und weil auch die Bischöfe sich gegen den designierten Weihbischof gestellt haben, fühlen sich nun alle berechtigt, Pfarrer Wagner zu beschimpfen. Ist es heute „unklug“, die Wahrheit beim Namen zu nennen? Wofür ist eigentlich unser Herr Jesus Christus gestorben? Wozu (und für wen) soll ein gläubiger Katholik jetzt Kirchensteuer zahlen?

Pfarrer Wagner hat im Zusammenhang mit New Orleans das Wort „Strafe“ nie in den Mund genommen. Diese Lüge und der Hinweis auf die Warnung des Pfarrers vor Harry Potter haben genügt, um ihn als „gefährlich“ an den Pranger zu stellen. Kein Bischof hat dies in der Öffentlichkeit klargestellt, geschweige denn einen der eifrigsten und loyalsten Priester Österreichs verteidigt. Vielmehr beugt man sich jenen protestierenden Priestern, von denen einige im öffentlichen Konkubinat leben. Durch die „Verhinderung“ des designierten Weihbischofs Wagner stellen sich die Bischöfe öffentlich gegen den Papst und untergraben dadurch auch ihre eigene Autorität. Unter diesen Umständen werden nun viele alles tun, damit diese Kirche, die einen sehr guten Weihbischof verhindert hat, nun auch von der „Zwangs-Kirchensteuer“ befreit wird!

Ein sehr enttäuschtes, ehrenamtlich sehr aktives katholisches Ehepaar, das Pfarrer Wagner seit 21 Jahren kennt,

Es ist immer wieder erschreckend zu beobachten, wie wenige unter den sogenannten Liberalen wirklich liberal sind. Ein Beispiel ist wieder einmal die Auseinandersetzung um die Ernennung von Weihbischof Wagner. Wie grausam und unmenschlich ist die Hetze gegen diesen Priester, zumal er sich offensichtlich nichts zuschulden hat kommen lassen und seine Arbeit als Seelsorger hervorragend macht. Wer auch nur noch ein bisschen ein Herz hat, kann nicht in diese Hetzkampagne einstimmen. Ist der ernannte Weihbischof Wagner nicht für die über dreißig rebellierenden Dechanten zuerst einmal ein Mitbruder? Nicht einmal die österreichischen Bischöfe weisen in ihrem Hirtenwort die Aufrührer in ihre Schranken (DT vom 19. Februar). Kein gutes Wort haben sie für den medial hingerichteten Pfarrer Wagner übrig. Hat dieser Priester das verdient? Wo bleibt da die „Geschwisterlichkeit“?

Die Bischofskonferenz erwähnt mit keinem Wort die Gemeinheit dieser Kreise und gibt stattdessen Rom die Schuld. In Wirklichkeit ist es ein seit Jahrzehnten schwelender Machtkampf von sogenannten Liberalen, die sich in der Diözese Linz ganz besonders eingenistet haben und nun um ihren Einfluss fürchteten. Viele Liberale sind nicht wirklich liberal, sondern verbohrte Ideologen. Sie rufen ständig nach Toleranz, bekämpfen und untergraben aber alles wirklich Katholische. Wehe der Kirche, wenn sie noch mehr an die Macht kommen! Unter jedem „erzkonservativen“ Bischof hat man viel mehr Freiheit als unter solchen Liberalen.

Die Saat des Kirchenvolksbegehrens, das 1995 zuerst in Österreich und dann auch in anderen Ländern, wenngleich mit verschiedenem Erfolg, durchgeführt wurde, wie auch der „Kölner Erklärung“ einige Jahre zuvor, unterschrieben von circa 200 Theologieprofessoren vor allem des deutschsprachigen Raumes, beginnt nun mehr und mehr aufzugehen und Früchte wachsen zu lassen. Aber es sind bei Gott keine wohlschmeckenden Früchte, die da reifen, und auch für die Kirche werden sie mehr und mehr ungenießbar werden, sich als wurmstichig erweisen. Dies werden Folgejahre noch mehr bestätigen.

Die Vertreter des Kirchenvolksbegehrens haben nun einen Etappensieg errungen, wenn auch hoffentlich noch nicht die Schlacht gewonnen. Die Dechanten der Diözese Linz, die nun mit großer Mehrheit einen erfolgreichen Seelsorger, der zudem ausgesprochen romtreu ist, als Weihbischof verhindert haben, zunächst zumindest, werden sich jedenfalls ermutigt fühlen, auch andere Bischofsernennungen zu verhindern, wenn dieselben nicht ihres Geistes sind und jedenfalls nur solche dulden, die zumindest ihrem Wirken keine Hindernisse in den Weg legen. Damit ist aber die Einheit der Kirche gefährdet. Daher sehen jene, die weiterhin romtreu bleiben wollen, seien es Priester oder Laien, mit Recht Handlungsbedarf durch eine apostolische Visitation der Diözese Linz.

Wenn eine „demolierte“ Kirche so aussieht wie die Diözese Linz, dann können wir Gott nur loben und hoffen, dass es anderswo auch so stünde. Diözese Linz und das Land Oberösterreich: Wo so viel Engagement der Menschen, so viele Kirchenbesucher, so großes Spendenaufkommen, so viel Solidarität, so viel Interesse für die Kirche, wo der Bischof von der Öffentlichkeit trotz der großen Skandale in der österreichischen Kirchen nach Kardinal Groër und Bischof Krenn noch als moralische Autorität anerkannt ist, wenn das demoliert so aussieht, dann frage ich mich, welches Vokabular Sie verwenden.

Eigentlich hatte ich mich schon wegen der Aufhebung der Exkommunikation der Pius-Bischöfe melden wollen. Dann kam in Österreich auch noch der sogenannte Fall Wagner dazu. Bei beiden Vorgängen hat die „Tagespost“ eindrucksvoll bewiesen, dass sie in der Presselandschaft in Deutschland und Österreich absolut unverzichtbar ist. Alles was ich gelesen habe, war fundiert und in der Kommentierung mit dem notwendigen Mut, klar Position zu beziehen. Ich hoffe, das haben auch all jene zur Kenntnis genommen, die mir noch immer sagen, sie bräuchten keine katholische Zeitung. Wie wichtig sie ist, ist offensichtlich.

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