Der Barmherzigkeitssonntag und die Rolle von Schwester Faustina: Liebloser Umgang mit dem Fest in Deutschland: Es besteht immer noch enorme Unkenntnis

Papst Johannes Paul II., so lese ich im Beitrag „Der Papst von Liebe und Leid. Vom Sinn des Barmherzigkeitssonntages“ von Professor Manfred Balkenohl (DT vom 14. April), hat das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit am zweiten Sonntag der Osterzeit für die Universalkirche eingeführt. Da stellt sich nur noch die kleine Frage, wo es denn gefeiert wird?

Dieses Fest steht in tiefem Zusammenhang mit den Offenbarungen Jesu an die von Johannes Paul II. heiliggesprochene Schwester Faustina. Doch in welcher deutschen Kirche wird das Fest gefeiert, wo ist etwas über diese Botschaften größter Tragweite zu hören, die Johannes Paul II. mit der Heiligsprechung Schwester Faustinas als echt bekräftigt haben dürfte? Das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit ist auch mit dem Bild des Barmherzigen Jesus verbunden, das nach der Vision Schwester Faustinas, nach ihren Angaben gemalt wurde. in wieviel deutschen Kirchen wird ihm ein Ehrenplatz eingeräumt?

Wenn man sieht, wie lieblos und gleichgültig auf die Einsetzung dieses Festes durch einen mittlerweile seliggesprochenen Papst in der Kirche in Deutschland oft reagiert beziehungsweise überhaupt nicht reagiert wird, so kann man einige der Ursachen der viel zitierten Krise der Kirche erkennen.

Es ist etwas schade, dass „Die Tagespost“ in diesem Jahr nicht die Gelegenheit ergriffen hat, zum Fest des Sonntags der Göttlichen Barmherzigkeit über die Ursprünge und Hintergründe dieses Festes zu informieren: die Christus-Visionen der heiliggesprochenen Schwester Faustina Kowalska, den Rosenkranz der göttlichen Barmherzigkeit und dessen Bedeutung zur Seelenrettung, das Bildnis des barmherzigen Christus, das Fest der göttlichen Barmherzigkeit und so weiter.

Es bestehen hierzulande selbst in kirchennahen katholischen Kreisen immer noch eine enorme Unkenntnis oder aber zum Teil Vorurteile bis hin zu geradezu abstrusen Fehldeutungen dieser Dinge.

Wir selbst haben erst vor gut einem Jahr durch die Bücher von Ferdinand Holböck/Stefan Wirth „Die neuen Heiligen der katholischen Kirche“ Näheres aus fundierter Quelle zur Hl. Faustina Kowalska, ihren Christus-Erscheinungen und der Bedeutung des Christusbildnisses und des Barmherzigkeits-Rosenkranzes erfahren.

Je mehr man sich mit den Dingen befasst, umso mehr wächst die Achtung und das Verständnis der Zusammenhänge bis hin zu dem sehnlichen Wunsch nach Wiederbelebung des weitgehend in Vergessenheit geratenen Sakraments der Hl. Beichte.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Abonnements

Kirche

Papst in Budapest
Budapest
Umkehr: Die wahre Reform der Kirche Premium Inhalt
In Budapest wurde die Tiefendimension der Kirche sichtbar: Mit Blick auf Christus ist sie jung, dynamisch, fröhlich, ökumenisch, missionarisch und attraktiv. Ein Kommentar.
16.09.2021, 13 Uhr
Stephan Baier