Der Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan: Hirten müssen das „Kehrt um“ hören

Der Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan

Es waren und sind leider meistens immer noch entsetzliche Zeiten für die Opfer von Missbrauch durch Geistliche und es sind auch wahrhaft schwere Zeiten für uns Gläubige. Das Ausmaß des Missbrauchs sowie die Vertuschungen sind unfassbar. Aber die Aufarbeitung und Botschaften aus Rom und der Deutschen Bischofskonferenz gehen für mich nicht weit beziehungsweise tief genug. Schmerzlich vermisse ich Aussagen der Hirten, dass hinter dem Missbrauchsskandal ein Geflecht aus einem gigantischen Glaubensabfall und einer sittlichen Verwahrlosung der vergangenen Jahrzehnte steht.

Es muss klar werden, dass diese unsäglichen Missbräuche und der Umgang mit ihnen zu einem totalen Wendepunkt in der Kirche führen müssen. Und zwar nicht nur mit einer von Herzen kommenden Wiedergutmachung, mit einer schonungslosen Aufarbeitung und intensiven weiteren Präventionsarbeit, sondern insbesondere im Sinne eines geistlichen Neuaufbruchs im Lichte der Evangelien, mit einem spürbaren „Kehrt um!“. Jetzt hätten die Hirten die Chance, die Botschaft Jesu Christi einzuflechten und beispielsweise davon zu sprechen, was echter Glaube, Gewissenserforschung, Gottes Wille und letztendlich die Nachfolge Jesu bedeuten. Die Ursache des Missbrauchs ist der Verrat an der Lehre der Kirche und der Botschaft Christi.

Für mich als Katholikin bleibt vorerst zu beten, dass die Missbrauchsopfer Heilung erfahren und Gottes Liebe spüren dürfen. Und dass die Hirten das „kehrt um“ hören und befolgen!

Christiane Lambrecht,

82418 Murnau

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