Das Philosophische Quartett sprach über Papst Benedikt XVI.: Keine Philosophen, sondern Sophisten

Dem Artikel von Oliver Maksan („Der Papst im Kreuzzug gegen die Moderne“, DT vom 1. Dezember) und dem Leserbrief von Dr. Schwarte ist voll zuzustimmen. So wie sich diese „Philosophen“ gebärden, liefern sie indirekt eine Definition ihrer „Moderne“: Diese Moderne ist das Betätigungsfeld nicht der Philosophen, sondern der Sophisten. Josef Pieper hat in seiner großartigen Abhandlung „Missbrauch der Sprache – Missbrauch der Macht“ das Urteil Platons über die Sophisten klar herausgearbeitet.

Es geht ihnen nicht um Aufdecken der Wahrheit und um Mit-Teilung des Erkannten, sondern um Machtausübung durch das Wort. Pieper wörtlich: „Das publizistische Wort, wenn es einmal prinzipiell neutralisiert ist gegen die Wahrheitsnorm, ist nicht nur von Natur das zubereitete Werkzeug, das darauf wartet, von einem Machthaber in die Hand genommen und für beliebige Gewaltzwecke ,eingesetzt‘ zu werden. Vielmehr schafft es auch selbst, von sich aus, je mehr Boden es gewinnt, eine Atmosphäre epidemischer Krankheitsbereitschaft und Anfälligkeit für Gewaltherrschaft.“

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