Das Gewissen der Bundestagsabgeordneten und die PID-Entscheidung: Sie haben gewusst, was sie tun

Die Sachlage und Entscheidungsgrundlage in Sachen PID war allen Bundestagsabgeordneten glasklar bekannt. Es ist davon auszugehen, dass jede(r) Abgeordnete, die oder der nicht für ein absolutes PID-Verbot stimmte, eine zukünftige Selektion zwischen lebenswertem und nicht-lebenswertem menschlichen Leben klar befürwortet. Denn man darf unsere Abgeordneten nicht für naiv oder utopisch halten. Dieses Thema ist gut dargelegt und eine breite Öffentlichkeit ist mit besten Argumenten gegen die PID aufgetreten. Wer für PID stimmte, unter welchen Bedingungen auch immer, weiß genau, wozu dieses führen wird. Das ist der erste Punkt, den es heute klar festzuhalten gilt und jeder kann seine(n) persönlichen Bundestagsabgeordnete(n) in seiner Wahlentscheidung bei der nächsten Bundestagswahl je nach dessen PID-Entscheidung wählen oder abwählen, gleichgültig welcher Partei er angehört.

Zweitens berufen sich viele wie üblich auf ihr Gewissen. Dieses kann jedoch bekanntermaßen der Verirrung oder Abstumpfung zum Opfer gefallen sein. Auf keinen Fall steht es über Glaubenswahrheiten oder den „Zehn Geboten“ oder könnte höhere beziehungsweise letzte Autorität für sich beanspruchen. Es wird höchste Zeit, den Politikern dieses praktische Erklärungs- und Rechtfertigungsmuster in Fragen des Lebensrechtes als nicht wirklich stichhaltig zu erklären. Denn gerade diverse Entscheidungen im Bundestag zu Fragen des Lebensrechtes, der Gentechnik und so weiter beweisen, welchen politischen Zweck und welches Ergebnis gerade dieses „Verfahren“ parteiübergreifend und exculpierend bewirkt.

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