Das Bildungsniveau heben – aber wie?: Die Sinnfrage im Blick behalten: Bildung und Wissen nicht verwechseln

Die Schulbildung gewinnt in den Medien an Bedeutung. Dabei ist erfreulich, dass immer häufiger von „Bildung“ die Rede ist, was mehr bedeutet als „Wissen“. Dahinter steht wohl die Erfahrung der inneren Verarmung, ja Verwilderung vieler Schulpflichtiger und die Ahnung ihrer tiefen Sehnsucht nach „mehr“. In der Sendung mit Maybrit Illner im ZDF am 23.10. wurde das thematisiert. Im Blickpunkt stand dabei die Hauptschule, eines der besonderen Sorgenkinder im Bildungswesen. Die Diskussion drang vor bis zum Postulat wirklicher Lebenshilfe. So wurden außer engagierten Fachlehrern Sozialarbeiter und Vermittler ethischer Perspektiven gefordert. Dann aber plädierte ein atheistischer Teilnehmer – Philosoph und Familienvater – dafür, den Religionsunterricht abzuschaffen und dafür unter anderem der Selbsterfahrung in der Meditation mehr Raum zu geben. Dieser Beitrag war geeignet, die einmütig gewonnene Zielvorstellung einer stärkeren Gewichtung von menschlicher „Bildung“ in Frage zu stellen. Offenbar war der Gesprächsrunde nicht genügend bewusst, wie sehr der Mensch zu seiner Entwicklung den Umgang mit der Sinnfrage braucht, die ohne den Aufweis eines Woher und eines Wohin nicht befriedigend beantwortet werden könne. Wenn über „Bildung“ neu nachgedacht wird, kann man nur wünschen, dass das „gründlich“, vom „Lebensgrund“ her geschieht. Nur dann können schulisches Wissen und sonstige erworbenen Fähigkeiten dem jungen Menschen wirklich dienen.

Immer wieder stelle ich fest, dass in den Bildungs-Debatten Bildung und Wissen verwechselt wird. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn aneinander vorbeigeredet wird. Darum zur Erinnerung der alte Satz: Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles andere vergessen hat.

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