„Cranachs Bilder der Reformation“: Eine Folge menschlicher Sünde

Im Artikel über „Cranachs Bilder der Reformation“ (DT vom 9. Januar) schreibt Ingo Langner, dass die Aufspaltung in immer neue „Kirchen“ ein „Naturgesetz“ des Protestantismus sei. Hier wird ein altes Argument der interkonfessionellen Polemik aufgewärmt, das man heute nicht mehr so gebrauchen sollte. Wenn man die katholische Kirche als die eine, heilige, ursprüngliche Kirche betrachtet, dann haben sich von ihr abgespalten die frühen germanischen arianischen Kirchen, die novatianische Kirche in Nordafrika, die große Menge der östlichen orthodoxen Kirchen, die anglikanische Kirche, die lutherischen Christen und die Calvinisten, die altkatholische Kirche und neuerdings eine Reihe von Traditionalisten. Dabei haben sich die Calvinisten nicht von der lutherischen Kirche getrennt, sondern von der katholischen – wenn auch teilweise mit lutherischen Argumenten. Die Tendenz zur Abspaltung ist kein rein protestantisches Phänomen, sondern eine Folge menschlicher Sünde, die leider keine Konfession unberührt gelassen hat.

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