Brandenburgs Innenminister Schönbohm zum Werteverfall: Was ist an Mission denn verwerflich?

Wenn Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm besorgt von „Verwahrlosung, Entbürgerlichung und Entkirchlichung“ spricht (DT vom 22. August), dann macht er dies sicherlich nicht aus Sensationsgier. Der Mann macht sich zu Recht große Sorgen über einen allgemeinen, besonders stark aber in den neuen Bundesländern zunehmenden, durchaus so zu bezeichnenden „Verwahrlosungstrend“. Die dortige, von der SED autoritär-atheistisch geprägte Bevölkerung fiel nach der Wiedervereinigung in ein riesiges Loch voller Selbstzweifel, Identitätsverlust und Ratlosigkeit. Vielfach unfähig, sich eigenverantwortlich dem ersehnten Individualismus nach dem erdrückenden Kollektivismus zu stellen, scheitern und resignieren viele in Passivität und Aggressivität, immer zu Lasten der noch Schwächeren wie den Ungeborenen und vielfach ungewünscht Geborenen.

Für mit einem entsprechenden religiösen Wertefundament aufgewachsenen Menschen verbietet sich allein schon der Gedanke an dergleichen. Dies anzuprangern ist Menschen- und nicht nur Christenpflicht. Dieser ist Jörg Schönbohm notgedrungen nachgekommen. Dafür gebührt ihm Lob und nicht Tadel. Dass die Sprecherin des Erzbistums Berlin den Menschen „den Glauben nicht verordnen“ will, ist richtig. Den Glauben aber den Menschen nahezubringen, ist jedoch Christenpflicht. Sie und viel zu viele Gleichdenkende müssen sich heute fragen lassen: Warum soll das Missionsgebot der Christen verwerflich sein, und das der Moslems nicht?

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