Bischof Müller zur Frage der Judenmission: Schiefe Auffassung des ZdK belegt

Vielen Dank für die eingehende Information zur Frage der Judenmission. Herr Bischof Müller beleuchtet das Thema natürlich kompetent von vielen Seiten, und der Text-Auszug aus der Erklärung des ZdK ist Beleg für eine schiefe Auffassung.

Mir ist in diesen Tagen überdies etwas aufgefallen: Wir haben oft Lesungen aus der Apostelgeschichte in der Liturgie gehört. Immer wieder ist die Rede von Predigten der Apostel an Juden, zum Beispiel des Petrus im Hinblick auf die im Namen von Jesus bewirkte Heilung des Lahmgeborenen an der „Schönen Pforte“ des Tempels (Apg 3 und 4). Und wie eigenartig: Die Predigt des Petrus am Pfingsttag richtete sich ebenfalls an Juden aus der ganzen damaligen Welt, zusammen mit Proselyten. Schließlich: Wozu feiern wir ein Paulusjahr? Schauen wir doch nur wie es dieser Völkerapostel gemacht hat! Zum Beispiel in Thessalonich: „Wie immer ging Paulus in die Synagoge und sprach zu den Versammelten... ,Dieser Jesus, in dessen Auftrag ich rede, ist der versprochene Retter.' Einige Juden ließen sich überzeugen.“ (Apg 17,1.3) Auch in Athen hat Paulus beides getan. Er hat in der Synagoge zu den Juden und ihren Konvertiten gesprochen, aber ebenfalls täglich auf dem Marktplatz zu den „Heiden“ gesprochen (Apg 17,14-22). Er hat das Risiko nicht gescheut, von den Juden verfolgt zu werden. Ist das nicht genug Hinweis und klassisches Vorbild für die Kirche von heute?

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