Benedikt XVI.: Genialer Theologe, demütiger Priester: Dieser Papst ist ein Geschenk

Den Heiligen Vater, damals noch Präfekt der Glaubenskongregation in Rom, habe ich während meiner neunzehnjährigen Tätigkeit in Rom am meisten geschätzt. Er ist der demütigste, einfachste, gütigste Mensch, der immer Ruhe, Gelassenheit, Bescheidenheit und Menschenfreundlichkeit ausstrahlte. Er hatte stets ein offenes Ohr für jeden und war ein geduldiger Zuhörer, auch für diejenigen, die ihn auf seinem Weg vom Offizium zu seiner Wohnung angesprochen haben. Ein ehemaliger Student von ihm und späterer Kardinal hat den Papst einen demütigen Genius, mit Einfachheit und Offenheit genannt, die ihn zu einem Brennpunkt der Anziehungskraft machen.

Seine zahlreichen Bücher, in vielen Sprachen erschienen, sind von einer absoluten Klarheit. Sein damaliger, langjähriger Privatsekretär sagte mir, dass der Kardinal ganze Passagen seiner Bücher direkt druckreif aus dem Gedächtnis diktiere. Ich habe erlebt, dass er bei Predigten und Veranstaltungen auf deutsch direkt anschließend alles wörtlich auf italienisch wiederholte für die anwesenden Italiener.

Während der Präsentation eines seiner wichtigen Bücher „Salz der Erde“ im Institut Augustiniano, das in Dialog mit dem bekannten deutschen Journalisten Peter Seewald entstanden ist, hat dieser nach Fertigstellung des Buches durch den Kardinal, wieder zur katholischen Kirche zurückgefunden. Er war auch bei der Präsentation anwesend. Bei zahlreichem Publikum und vielen Journalisten ging es ein anderes Mal bei den Interviews zu verschiedenen Themen unter anderem um das Buch „Gott und die Welt“. Die sehr unterschiedlichen Fragen beantwortete der Kardinal spontan mit vollendeter Meisterschaft. Bei anderen Einladungen und Treffen im kleinen Kreis mit gemeinsamem Essen, spürte man die gütige, friedvolle und Gelassenheit ausstrahlende Gegenwart des Kardinals und auch seinen guten Humor.

Vor seiner Wahl zum Papst hatte es den Anschein, als sei er scheu und zurückhaltend und wolle keine Aufmerksamkeit auf sich lenken oder Mittelpunkt sein, wodurch jedoch noch mehr seine Demut zum Ausdruck kam. Die Wahl des Papstes Benedikt XVI. ist das Werk des Heiligen Geistes. Gott gab uns einen einfachen, klugen und gütigen demütigen Papst, der bemüht ist, das Werk des Friedens und der Versöhnung zwischen den Völkern fortzusetzen und auf die christlichen Wurzeln und Traditionen Europas bedacht ist. Er ist ein hervorragender, genialer Theologe und ein Herold, ein Verkünder der Wahrheit. Der Papst ist der Stellvertreter Christi auf Erden für die gesamte universale katholische Kirche.

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