Analyse von Vera Lengsfeld zum umstrittenen Grass-Gedicht zu Israel: Auch in der Kirche kein Platz für Antisemitismus

Die Analyse von Vera Lengsfeld – einstmals Bürgerrechtlerin aus „DDR“-Zeiten – „Der absolutistische Moralist“ (DT vom 10. April) stimmt hundertprozentig.

Ich erlaube mir, hinzuzufügen, dass ein Antisemitismus, der als Kritik an der Besatzungspolitik des Staates Israel getarnt ist, auch bis hinein in katholische Kreise salonfähig geworden zu sein scheint. Ich habe immerhin fast 40 Priesterjahre hinter mir und habe so manche Äußerungen gehört, bei denen mir die Haare zu Berge stehen konnten. Mit einem tadelnden öffentlichen „Du, du, du!“ seitens der zuständigen Kirchenleitungen ist diesem Übel nicht beizukommen. Notwendig ist nach meiner Ansicht die klare Ansage: Für Antisemiten und auch für Kommunisten darf in einer Kirche Jesu Christi kein Platz sein; im kirchlichen Dienst schon gar nicht. Und dieser klaren Ansage sollten auch – in konkreten Fällen – entsprechende kirchenrechtliche und dienstrechtliche Konsequenzen folgen.

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24.09.2021, 10 Uhr
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