Zur neuesten Ausgabe der PilgerZeitung: Pius XI. wollte Architekt werden

Bei der Lektüre des Artikels über Pius XI., „Elend und Schmutz“ in der Pilgerzeitung Nr. 4 (DT vom 20. Mai) ist mir eine Anekdote in den Sinn gekommen, die mir ein ehemaliger Germaniker erzählt hat: Pius XI. habe sich schon immer für Architektur interessiert, er habe sogar mit dem Gedanken gespielt, Architektur zu studieren.

Dass er alles andere als humorlos war, zeigt die überlieferte Geschichte: Als in Rom das Kolleg für die Studierenden aus den Vereinigten Staaten gebaut werden sollte, habe er sich die Pläne vorlegen lassen. Zum Erstaunen des Architekten habe er den Speisesaal durchgestrichen. Auf dessen Frage, wie der Papst sich den Raum wünsche, habe Pius XI. antworten lassen: „Wo es keine Toiletten gibt, ist auch ein Speisesaal unnötig.“

Es war sicher kein Anfänger, der die Pläne für das Amerikanische Kolleg entworfen hat. Aber ich weiß, dass ein renommierter Architekt bei der Planung des ersten Bauabschnitts einer Schule ebenfalls die Toiletten vergessen hat. Noch heute ist an dem Gebäude der gar nicht ins Bild passende provisorische Toilettenbau zu erkennen.