Zur Kritik an kirchlichen Bildern von Hölle und Fegefeuer: Glaube an Auferstehung ist schwach geworden

Muss die Kirche für die Bilder der Hölle und des Fegefeuers wirklich Buße tun, wie Kardinal Reinhard Marx meint? (DT vom 12. November): Immerhin haben diese Bilder in früheren Generationen mit dazu beigetragen, dass sich auch die einfachen Leute mit letzten Sinnfragen auseinandergesetzt haben, und viele haben die befreiende Kraft des Evangeliums deshalb tiefer erfahren als manche heutigen Theologen. Wenn heute ein verkrampftes Verhältnis zum Tod besteht und der Glaube an die Auferstehung schwach geworden ist, wie der Kardinal zu Recht feststellt, dann hat das weniger mit den Höllenbildern der Vergangenheit zu tun, als vielmehr mit der Verkündigungspraxis der Gegenwart. Hier wäre auf weiten Strecken Buße und Umkehr angebracht, angefangen bei den theologischen Fakultäten bis zu den schulischen Religionsbüchern.

Sind wir in unserem Land nicht längst schon auf dem Weg, vor dem Kardinal Newman schon vor 150 Jahren warnt, wenn er schreibt: „Der Geist des Antichrist ist dort am Werke, wo nur die leichte Seite des Evangeliums angenommen wird und Wohlwollen die Haupttugend ist. Härte wird als absurd angesehen und sogar Festigkeit wird mit argwöhnischen Augen betrachtet“? Im Übrigen findet man auch in der Bibel viele drastischen Bilder und Schreckensvisionen, die uns klar machen, dass die Sünden keine harmlosen Angelegenheiten sind und die Mächte der Finsternis nur im Glauben mit Gottes Hilfe besiegt werden können.