Zur Diskussion um eine verfehlte Familienpolitik, vor allem für kinderreiche Familien: Wolkenkuckucksheim Gleichheitswahn

Gäbe es Jürgen Liminski nicht, müsste man ihn erfinden als einen der wenigen der weiß, was es heute heißt, mehr Kinder als nur eines oder zwei zu haben. Die Diskriminierung von Mehrfachmüttern ist skandalös (DT vom 27. September). Wenn wie gehabt eine Mutter von vier Kleinkindern in einer Frauenrunde gefragt wird, was sie denn arbeite und auf ihre Antwort, sie habe vier kleine Kinder, gesagt bekommt, „achso, du arbeitest nicht“, oder wenn sie, weil ihr Trüppchen im Supermarkt laut um Schokolade bettelt, von der Kassiererin hören muss, „haben Sie noch nichts von Verhütung gehört,“ dann tönt nicht nur ihre Alarmglocke, sondern Zorn hindert sie in der Eile an der richtigen Antwort, woher wohl deren Rente komme.

Demografen jammern über zu wenig Nachwuchs. Aber schon ab dem dritten Kind warten Eltern vergeblich auf unterschiedliche Förderung von Einkind- und Großfamilie. Denn schon beim dritten Kind oder bei weiteren kann die Mutter kaum außer Hauses arbeiten, gar Karriere machen, es sei denn, sie hat einen mitsorgenden Gatten, übernatürliche Kräfte, keinen Burnout oder verfügt über noch jugendlich hilfsbereite, zahlungsfähige Großeltern. Denn nun wäre auch eine größere Wohnung fällig, ein größeres Auto, gar eine Hilfskraft, die aber für kinderreiche Familien unbezahlbar ist. Eltern, denen am Kindeswohl liegt, wissen von der hohen Konzentration des Stresshormons bei Babys, die zu früh und täglich zu lange einer Krippe anvertraut werden („Notbehelf Krippe“), und wie deren Bindungsfähigkeit leidet, wenn sie wechselndem oder zu wenig liebevollem Personal ausgeliefert sind.

Liminski spricht von „mangelnder Investition in die Zukunft“, wenn es Eltern unmöglich gemacht wird, sich selber um ihre Kleinsten zu kümmern, abgesehen von der Armutsfalle bei Müttern, wenn sie als Alleinerziehende keine eigene Rente haben und im höherem Alter keinen Beruf finden, der ihrer Ausbildung entspräche. Warum mag Vater Staat Großfamilien, wenn sie ihre Kleinkinder selber betreuen möchten, nicht die hohen Kosten für einen Krippenplatz als Anerkennung ihrer Elternarbeit überlassen?

Davon, dass Kinder nicht nur Mühen und Sorgen bringen, sondern Lebensfreude und -erfüllung, ist nie die Rede in unserer von der Wirtschaft geprägten Familienpolitik, die gut ausgebildete Frauen beansprucht und dem Zeitgeist dient, der Familienfrauen als beschränkt, unemanzipiert, sich der Genderideologie verweigernd diffamiert, Frausein als antiquiert, im Widerspruch zu Biowissenschaften und Schöpfungsbericht uns alle zwingen will, in einem absurden Wolkenkuckucksheim des Gleichheitswahn zu leben.