Zur Diskussion um die sogenannten Pegida-Demonstrationen: Willkommenskultur und demokratische Spielregeln: Die Demonstranten Ernst nehmen

Kein Tag vergeht ohne Diskussionen über Pegida. Egal, was und wie man darüber denken mag, natürlich darf auch die katholische Kirche nicht fehlen mit ihrer Bewertung. Schnellschüsse wie „Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen“ sollten besser überlegt sein. Wenn's um den „Marsch für das Leben“ in Berlin oder die Sexualisierung des Schulunterrichts in Baden-Württemberg geht, sucht man vergeblich nach Äußerungen zu den hasserfüllten Verunglimpfungen der Teilnehmer.

Unsere Eltern haben uns in den 1960er Jahre schon beigebracht, dass Gäste, Flüchtlinge (damals eher „Gastarbeiter“), Bedürftige ein Recht haben, von uns Christen wie Gäste behandelt und mit Respekt empfangen und aufgenommen zu werden. Zusatz: „wenn sie sich wie Gäste benehmen“. Diese Forderung ist weder unchristlich noch fremdenfeindlich, nein, das ist „Kinderstube“ beziehungsweise gelebtes Recht nach unseren Wertevorstellungen. Wenn ein Gast und/oder Flüchtling weiß, dass er hier willkommen ist, wenn er die demokratischen Spielregeln respektiert, dann wird es kaum Probleme geben, auch, wenn er einer anderen, nicht-christlichen Religion angehört. Die Gastarbeiterwellen aus Spanien, Italien, Griechenland und Jugoslawien etwa haben das bewiesen.

Der Umgang der Altparteien mit der immer stärker werdenden Pegida-Bewegung ist eine demokratische Bankrotterklärung. Anstatt die Demonstranten ernst zu nehmen, sie einzubinden und ihnen zuzuhören, wird ihnen Angst, Armut, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit pauschal unterstellt. Das ist eindeutig der falsche Weg und zeugt von einer beispiellosen Borniertheit von Frau Fahimi über Stegner bis hin zum EKD-Chef Strohm-Bedford. Dadurch, dass sie diese Menschen verunglimpfen, machen sie sich genau dessen schuldig, was sie ihnen lauthals vorwerfen. Man braucht nicht notwendigerweise die Sorgen dieser Menschen teilen. Auch die Alternative für Deutschland teilt nicht alle politischen Forderungen der Demonstranten. Doch was diese Menschen derzeit an Beleidigungen und Demütigungen von Seiten der Altparteien ertragen müssen, ist unwürdig. Denn die Mehrheit dieser Demonstranten sind vernünftige Menschen, die nichts weiter tun, als ihre Bürgerrechte wahrzunehmen und friedlich von der Meinungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch machen.

Man sollte jede Form des friedlichen Protests gegen eine Politik unterstützen, die uns, die Bürger, vor vollendete Tatsachen stellt und uns als Extremisten anprangert, wenn wir uns dagegen wehren. Solche Proteste dürfen allerdings nicht von Extremen von rechts oder links missbraucht werden, um gezielt Gewalt zu provozieren oder extremes Gedankengut dort einfließen zu lassen. Darauf müssen nicht zuletzt die Demonstranten selbst achten, um den Erfolg ihrer Bewegung nicht leichtfertig zu verspielen. Ernst zu nehmen sind sie allemal.