Zur Diskussion um das Familienwahlrecht: Nicht zu früh, sondern fast zu spät

Besonders in den letzten Jahren ist für jeden aufmerksamen Beobachter offensichtlich geworden, wie sehr die Familie finanziell gebeutelt, von der Gesellschaft an den Rand gedrängt, ihrer Freiräume beraubt und sogar in ihren Rechten eingeschränkt wird. Wie dramatisch diese Situation gerade durch die jetzige Regierung geworden ist, hat Jürgen Liminski einmal mehr in der Ausgabe vom 24. April belegt: „Vater Staat entmachtet die Eltern“. Seit vielen Jahren wird über das Familienwahlrecht, durch das das politische und gesellschaftliche Gewicht der Familie gestärkt werden soll, diskutiert. Sämtliche Argumente sind vielfach ausgetauscht und längst bekannt. Nur diejenigen, die eine stärkere Berücksichtigung der Familie nicht wollen, sind gegen die Einführung des Familienwahlrechtes.

In dieser skandalösen Situation ist ein klares grundsätzliches Bekenntnis und eine eindeutige Aussage der deutschen Bischöfe notwendig. Ist es nicht völlig verfehlt, wenn sich die Bischofskonferenz unter Umständen noch jahrelang mit allen juristischen Fragen in langwierigen Diskussionen auseinandersetzt und die Familie bis dahin weiter ungehindert geschädigt wird? Machen sich die Bischöfe durch ihre Weltfremdheit nicht ungewollt zum Büttel der Zerstörer der Familie? Wenn Persönlichkeiten wie Paul Kirchhoff sich seit Jahren in dieser Frage positiv äußern, dann sollte das für die Bischöfe auch möglich sein, ohne sich in juristische Spitzfindigkeiten zu verlieren, eine Taktik, die die Gegner des Familienwahlrechtes immer wieder erfolgreich anwenden.

Reicht die derzeitige systematische und beispiellose Bedrohung der Familie noch nicht? Es ist nicht zu früh, sondern fast schon zu spät, zum Familienwahlrecht klare Position zu beziehen!