Zur Diskussion über ein Diakonat für Frauen in der katholischen Kirche : Das Evangelium leben, statt sich verwirklichen: Als politische Bühne missbraucht

Zum Thema Diakonat der Frau ist in den letzten Ausgaben der „Tagespost“ schon viel gesagt worden, sowohl in den Artikeln als auch in den Leserbriefen. Der Beitrag von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt (DT/vom 7. Mai) sagt unter anderem aus, dass das Priesterweihe ein Sakrament ist. Vor allem ist es eine Berufung, ein Ruf von Gott her. Für mich bedeutet Berufung zum Priesteramt: Jesus war ein Mann und hat Männer berufen, darum muss, wer sich zum Priesteramt berufen fühlt, ein Mann sein. Somit entfällt der exzentrische Wunsch einiger Damen – siehe Frau Lücking-Michel vom ZdK, sowie Frau Klöckner, der CDU-Vorsitzenden von Rheinland-Pfalz –, Diakonin zu werden, von vornherein, da das Diakonat eine Vorstufe zum Priesteramt ist. Die Drohung Letzterer, aus der katholischen Kirche auszutreten, wenn dieser Wunsch nicht erfüllt werde, kann mir nur ein müdes Lächeln entlocken. Kennen diese Frauen überhaupt den katholischen Glauben? Daran zweifle ich, denn der sogenannte „Tag der Diakoninnen“ am 29. April, dem Namenstag der heiligen Katharina von Siena, lässt dieses vermuten.

Diese Heilige, die als erste Frau zur Kirchenlehrerin berufen wurde, war eine durch und durch katholische Frau. Sie wollte sich nicht selbst verwirklichen, sondern durch ihren tiefen Christusglauben der Kirche dienen. Das tat sie durch ihren Briefwechsel mit Kardinälen, Päpsten, Fürsten und Königen, in dem sie zu religiösen und tagespolitischen Fragen ihre Meinung sagte. Dazu pflegte sie Pestkranke, half Armen und leistete zum Tode Verurteilten Beistand. Ich wüsste nicht, dass oben genannte Damen sowie Vertreterinnen der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) oder des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) solche Aufgaben im Auge haben.

Es ist von verschiedenen Seiten ein dauerndes Bemühen im Gange, feste Positionen in unserer Kirche zu verändern. Darum kommt es jetzt darauf an, in Treue zu Gott und zu seiner Kirche zu stehen. Bitten wir in diesen Pfingsttagen den Heiligen Geist, dass er – wie es im „täglichen großen Gebet für Europa während des ,Jahres des Glaubens‘“ heißt – uns helfe, Jesus im Glauben aufzunehmen und sein Evangelium zu leben und zu bezeugen.

Das ZdK wird von einzelnen Frauen, wie Claudia Lücking-Michel und Julia Klöckner, als politische Bühne missbraucht. In der Urkirche hatten Frauen die Apostel in karitativen Bereichen unterstützt, die man als Diakonissen bezeichnet hat, die aber keine Diakonatsweihen erhalten haben.

Im Apostolischen Schreiben vom 30. Mai1994 hat Papst Johannes Paul II. – kraft seines Amtes – erklärt, dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, den Frauen die Priesterweihe zu spenden und alle Gläubigen der katholischen Kirche haben sich endgültig an diese Entscheidung zu halten. In Demut dienen zur größeren Ehre Gottes ohne Weiheanspruch führte viele katholische Frauen durch Jahrhunderte zu ehrenvollem Ansehen und Heiligkeit.