Zur Diskussion über die Zusammenlegung von Pfarrgemeinden wegen des Priestermangels: Die Dinge nicht nur quantitativ betrachten

Zum Leserbrief „Neue Strukturen: Mehr Seelsorge ermöglichen“ (DT vom 8. Dezember): „Eine solche Struktur (Zusammenlegung mehrerer Kirchengemeinden) begegnet den stark gesunkenen ... Kirchenbesucherzahlen“. Eine rein quantitative Sicht der Dinge, meiner Meinung nach. Natürlich ist es für einen Zelebranten schöner, wenn er die heilige Messe zum Beispiel werktags für 50 anstatt nur für fünf Gläubige feiern kann. Aber was machen nun die fünf Übriggebliebenen, die durch diese anscheinend problemlose Zusammenlegung von Kirchengemeinden auf dem Trockenen sitzen bleiben? Ich habe neulich einen kleinen, überalterten Schwestern-Konvent kennengelernt, der dieses Problem mit Wissen des Pfarrers wie folgt gelöst hat: Um 9 Uhr versammeln sich die Schwestern in der Kapelle, drehen Radio-Horeb auf und hören die Übertragung der heiligen Messe. Sie sind aktiv beteiligt: Sie singen die Lieder mit und geben die entsprechenden Antworten. Zur Zeit der Kommunion-Austeilung spendet die Oberin die heilige Kommunion. Dies ist in meinen Augen die beste Notlösung, die ich je im Zusammenhang mit Priestermangel erlebt habe.