Zur Diskussion über Hirntod-Kriterium und Organtransplantation: Gründliche Information ist wichtig

Zum Beitrag „Im Übergang vom Leben zum Tod“ (DT vom 25. Februar): Der Aufsatz reißt viele Fragen an, deren Beantwortung aber meist im Ungefähren bleibt. Bei der durchgehenden unterschwelligen Befürwortung von „Organspenden“ nach Hirntoddefinition darf man schon als Rücksichtnahme verbuchen, dass eine Christenpflicht zu „Organspende“ offen gelassen wird. Wohl wird eine Christenpflicht zur Information über „Organspende“ behauptet. Eine solche macht aber nur Sinn, wenn eine Pflicht zu „Organspende“ besteht – oder wenn, wie in diesem Aufsatz, eine solche verdeckt postuliert wird.

Ohne eine solche Pflicht ist eine Pflicht zur Information nur begründbar für Personen, die ein fremdes Organ begehren oder für Personen, die Organe verpflanzen. Für alle Anderen, die, ganz gleich aus welchen Gründen, kein fremdes Organ annehmen oder gar fordern, besteht keinerlei Pflicht zur Information. – Man sollte diesen Personen dennoch raten, sich gründlich zu informieren, damit in der Öffentlichkeit sich nicht Forderungen als Pflichten etablieren, denen sie sich später schwerlich werden entziehen können.

Wenn Herr Professor Wuermeling sich entschieden für die „Tote-Spender-Regel“ einsetzt und „gerechtfertigtes Töten“ ablehnt, so möge er aus den Tatsachen heraus erklären, warum die Ansichten von Franklin G. Miller und Robert Truog falsch seien, denn diese beiden haben international als Wissenschaftler einen ausgezeichneten Ruf; sie selbst erachten das Hirntodkriterium aus eigener Erfahrung als Stütze einer „Tote-Spender-Regel“ für wissenschaftlich nicht haltbar. Professor Dieter Birnbacher in Deutschland sieht das ebenso.

Zu der vorgeschlagenen Versachlichung könnte beitragen, sofern es nur um eine solche geht, dass man es unterlässt, das Ende eines Sterbevorgangs „asymptotisch“ auf den Sankt Nimmerleinstag zu verlegen. Ein solches Vorgehen ist bestens geeignet, jegliche Bedenken gegen eine sehr frühe Todesfeststellung lächerlich zu machen, um für sein eigenes Konzept des Todeszeitpunktes zu werben.