Zur Debatte um Flüchtlinge und den Vorfällen im sächsischen Heidenau: Es gab hier kein brennendes Heim

In dem Interview mit dem stellvertretenden Direktor von Caritas International (DT vom 5. September) findet sich eine Passage, die berichtigt werden muss. Herr Klitsch-Ott sagt unter anderem: „Natürlich gibt es Übergriffe und brennende Flüchtlingsheime wie in Heidenau, aber wir sehen auch eine nicht gekannte Welle von Solidarität mit den Flüchtlingen“.

Richtig ist, dass es in Heidenau Proteste gab. Am ersten Abend schwere Ausschreitungen der rechten Szene gegen die Polizei. Am zweiten Abend gab es schwere Ausschreitungen der rechten Demonstranten und der Linksautonomen gegeneinander. Übergriffe gegen Flüchtlinge gab es nicht. Ein brennendes Flüchtlingsheim gab es ebenfalls nicht.

Die oben genannte Passage wäre korrekt, wenn sie gelautet hätte: „Natürlich gibt es Übergriffe und brennende Flüchtlingsheime, aber wir sehen auch – wie in Heidenau – eine nicht gekannte Welle der Solidarität mit den Flüchtlingen.“ Die evangelische Pfarrerin, der katholische Pfarrer und der Pastor der Heidenauer Baptistengemeinde haben am Tag nach den Krawallen zwischen Rechten und Linken zu einem ökumenischen Gebet eingeladen, das heute zum dritten Mal stattfindet, diesmal bei den Baptisten. Die Gebetsabende an den beiden zurückliegenden Montagen in der evangelischen und in der katholischen Kirche führten so viele Menschen zusammen, dass die Gotteshäuser bis auf den letzten Platz besetzt waren und viele Teilnehmer stehen mussten. Die Resonanz in der örtlichen Presse war bisher sehr gut.

Heidenau kann nicht in eine rechte Ecke gestellt werden. Dies zeigt sich auch daran, dass wir seit dem Jahr 2001 alljährlich den Tag der Opfer des Nationalsozialismus in einzigartiger, vorbildlicher Weise begehen. Veranstalter ist die Stadt Heidenau. Die Vorbereitung liegt überwiegend bei Vertretern der christlichen Kirchen. Auch diese Veranstaltungsreihe – jeweils am 27. Januar – ist stets sehr gut besucht.