Zur Debatte über Präimplantationsdiagnostik und Atomkraft : Wo Gott fehlt, gerät alles durcheinander

Die Verknüpfung von unterschiedlichen Themen mag nicht immer ganz wissenschaftlich „rein“ sein. Wenn es aber um Themen geht, die mit Werten zu tun haben, dann kann es schon hilfreich sein, unterschiedliche Bereiche beziehungsweise die Einstellung zu ihnen, miteinander zu verknüpfen.

Aus meiner Sicht möchte ich aufzeigen, dass es sich bei der Einstellung vieler unserer Menschen (auch vieler Christen!) in der Bundesrepublik Deutschland um Beliebigkeit handelt. Beim plötzlichen Sinneswandel in der Atomenergie scheint es sich in erster Linie um Angst zu handeln. Bei aller Trauer für die Menschen in Japan (ich vermisse sie in unseren Berichterstattungen) hat sich in Deutschland gar nichts geändert außer Hysterie und ideologische Auseinandersetzungen. Beim Thema Abtreibung ist man dafür, weil das Selbstbestimmungsrecht der Frau durch nichts zu ersetzen sei. Über die vielen Kindern, die abgetrieben werden, hört man seit Jahren so gut wie gar nichts. Was nun die Einstellung zu PID angeht, verstehe ich die Politiker nun gar nicht, die sich für die Abtreibung einsetzen. Ihre Logik „müsste“ lauten: natürlich brauchen wir das Recht, um jeder Frau ein gesundes Kind zu gewährleisten.

Grundsätzlich hat sowohl für den Christen, als auch für diejenigen, die sich auf die Humanität berufen, zu gelten: Der Mensch darf nicht alles, was er kann. Vor allem darf er Naturgesetzte nicht beliebig benutzen. Aber genau das geschieht bei der Bewertung dieser drei Bereiche. Bei der Atomenergie ist die Angst ausschlaggebend. Bei der Abtreibung steht das Selbstbestimmungsrecht der Frau höher als das Leben eines Kindes. Bei der PID ist man unsicher. Vom Schöpfergott hört man oft wenig. Deshalb scheint vieles beliebig zu sein.