Zur Auseinandersetzung zwischen dem ZdK und den deutschen Bischöfen: Dieses Komitee ist überflüssig: Schluss mit dem Räte-Katholizismus: Wie ein eigenes Lehramt

Endlich ein klares Wort von – leider nicht allen – Bischöfen. Statt einen vielleicht integrierenden anderen Kandidaten zu suchen, sollte dieses Zentralkomitee den Anlass nutzen, endlich der Kirche in Deutschland einen Dienst zu erweisen: sich auflösen. Es ist für den Glauben in unserer Kirche unbedeutend, eher verwirrend. In Staat und Gesellschaft ist es völlig wirkungslos. Dieses Komitee ist überflüssig. Seine Mitglieder sollten in ihrer Heimatgemeinde ganz unten Dienst tun. Das könnte helfen.

Als Mitglied der katholischen Kirche, das Zeit seines langen Lebens nicht nur ein lediglich gläubiger und praktizierender Katholik gewesen ist, sondern auch aktiv in einer Reihe von Funktionen in Gremien auf verschiedenen Ebenen mitgearbeitet hat, begrüße ich mit großer Zustimmung die Entscheidung der Bischöfe, mit der sie eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Wahl des hessischen Bildungsstaatssekretärs Hans-Wilhelm Brockmann zum neuen Präsidenten des ZdK verhindert haben. Die jetzt beginnende Diskussion über die Rechte und Zuständigkeiten der Bischöfe und des kirchlichen Lehramtes einerseits sowie die kirchenrechtliche Stellung des ZdK andererseits sollte endlich dazu genutzt werden, um für die von vielen Katholiken schon lange gewünschte Klarheit zu sorgen. Als ich die heftige Kritik des BDKJ-Vorsitzenden Dirk Tischler gelesen habe, wurde mir die maßlose Selbstüberschätzung vieler Laienfunktionäre klar. Seine Bemerkung, „die katholischen Laien hätten das Recht, einen Präsidenten nach ihren Vorstellungen zu wählen“, beweist dies mehr als deutlich.

Was wissen denn die „einfachen“ Katholiken von der Struktur – besser gesagt der Überstrukturierung – der Kirche in Deutschland? Warum nehmen nach einer schon vor Jahren bekannt gewordenen Umfrage nicht einmal mehr acht Prozent der Katholiken an Pfarrgemeinderatswahlen teil? Weil sie nichts von der Vielzahl der Räte und ihrer Mitglieder wissen, zum Beispiel vom Dekanatsrat, vom Regionalen Katholikenrat, vom Priesterrat, vom Verbänderat, vom Diözesanrat, vom ZdK. Wer einmal erlebt hat, wie die Delegierten zu diesen Räten „ausgesucht“ werden und – was noch fragwürdiger ist – wie die Berufungen in diese Räte und auch zum ZdK erfolgen, der hat für die Kritik von Herrn Tischler nur ein müdes Lächeln übrig.

Es ist allerhöchste Zeit, dass die schädliche Zersplitterung unserer Kirche in unzählige Räte, Vereinigungen, Verbände, Kommissionen, Komitees und Institutionen überprüft wird, von denen man zumeist nur etwas hört wenn es gilt, den Papst und die Bischöfe anzugreifen und zu kritisieren.

Es muss endlich Schluss gemacht werden mit den unzähligen Sitzungen, Tagungen, „Workshops“ usw. und mit der Flut der dort „erarbeiteten“ Protokolle, Papiere, Resolutionen und Optionen, die kein Mensch mehr überschauen und zur Kenntnis nehmen kann. Es ist stattdessen hoch an der Zeit, dass alle Kräfte in der Kirche auf die Neuevangelisierung und die Vermittlung und Vertiefung des Glaubens konzentriert werden! In meinem Gedächtnis fest verankert ist ein Satz, den der leider zu früh verstorbene Aachener Weihbischof Peters schon vor vielen Jahren geprägt hat: „Unsere Kirche muss von einer sitzenden wieder zu einer knieenden und von einer schwätzenden wieder zu einer betenden werden!“

Schon länger kaue ich daran, wie sich unser liebes ZdK aufführt. Nun heißt es in der Meldung der DT unter „Personalien“. „Im Mai wählt die Vollversammlung der höchsten Laienvertretung der katholischen Kirche in Deutschland einen Nachfolger...“. Die Wahl ist inzwischen verschoben.

Ich frage mich aber: Was ist denn die „Vollversammlung der höchsten Laienvertretung der katholischen Kirche“? Welche juristische Stellung hat sie denn? Mit welchem Recht spricht sie für mich, der ich doch als Ordensmann und Priester auch zum „Laos“, also zum Volk Gottes gehöre? Wer hat diese Leute gewählt? Welchen Status haben sie im Kirchenrecht? Wie können diese Leute denn ein Quasi-Lehrdokument wie das Papier zur Judenmission promulgieren und dabei kurz mal die Erbsünde abschaffen? Mit welchem Recht tragen sie das Schild „Vertretung... der katholischen Kirche“ in der Öffentlichkeit? In den meisten Fällen, wenn sie sich äußern, möchte ich rufen: „Das ist doch nicht katholisch!“