Zum Katholikentag in Osnabrück: Stirnrunzeln über Christian Wulff

Mit einigem Stirnrunzeln habe ich das Interview mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff zum Katholikentag gelesen (DT vom 20. Mai). Auch seine Zukunftsvision von Kirche scheint einzig und allein in den abgegriffenen Themen Zölibat und Frauenordination zu bestehen. Offensichtlich hat der Ministerpräsident noch nicht mitbekommen, dass diese Fragestellungen innerhalb der katholischen Kirche längst entschieden sind.

Außerdem kann man so auch herrlich von anderen, fundamentalen Dingen ablenken. So hätte ich ihm bei dem Interview die Frage nach seiner Einstellung zur Unauflöslichkeit der Ehe gestellt. Herr Ministerpräsident Wulff hat sich von seiner Frau getrennt und lebt nach katholischer Lehre offen in Sünde mit einer anderen Frau zusammen.

Über die Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe sollte auf Katholikentagen gesprochen werden – und keine Politiker hofiert werden, die diese Werte mit Füßen treten. Schon gar nicht hätte ich auf diesem Hintergrund ein Interview in einer katholischen Zeitung gewährt. Im deutlichen Benennen von Fehlverhalten besteht dann die Seismographenfunktion der Kirche.