Zum Jahrestag des 20. Juli 1944: Der Eid der Widerständler

Die Gedenkveranstaltung in Fulda begann mit einem ökumenischen Gottesdienst. Es folgte der Vortrag von Oberst d. R. Volker Stein im Dompfarrzentrum Fulda, der den „Aufstand des Gewissens als konstitutives Element im Selbstverständnis der Deutschen Bundeswehr“ bezeichnete. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld übernommen. Was dabei nicht zur Sprache kam, war der Eid der Verschwörer des 20. Juli. Er wurde verfasst von Rudolf Fahrner, einem Gefährten Stauffenbergs, und zeigt, was unsere heutige Zeit von den Widerständlern des 20. Juli 1944 trennt:

„Wir glauben an die Zukunft der Deutschen. Wir wissen im Deutschen die Kräfte, die ihn berufen, die Gemeinschaft der abendländischen Völker zu schönerem Leben zu führen. Wir bekennen uns im Geist und in der Tat zu den großen Überlieferungen unseres Volkes, das durch die Verschmelzung hellenischer und christlicher Ursprünge in germanischem Wesen das abendländische Menschentum schuf. Wir wollen eine Neue Ordnung, die alle Deutschen zu Trägern des Staates macht und ihnen Recht und Gerechtigkeit verbürgt, verachten aber die Gleichheitslüge und fordern die Anerkennung der naturgegebenen Ränge. Wir wollen ein Volk, das in der Erde der Heimat verwurzelt den natürlichen Mächten nahebleibt, das im Wirken in den gegebenen Lebenskreisen sein Glück und sein Genüge findet und in freiem Stolze die niederen Triebe des Neides und der Missgunst überwindet. Wir wollen Führende, die aus allen Schichten des Volkes wachsend, verbunden den göttlichen Mächten, durch großen Sinn, Zucht und Opfer den anderen vorangehen. Wir verbinden uns zu einer untrennbaren Gemeinschaft, die durch Haltung und Tat der Neuen Ordnung dient und den künftigen Führern die Kämpfer bildet, derer sie bedürfen. Wir geloben: untadelig zu leben – gewissenhaft zu dienen – unverbrüchlich zu schweigen und füreinander einzustehen.“