Zum Beitrag „Naturrecht als Rechtsfundament Europas“: Den „C“-Parteien zum Nachdenken empfohlen

Zum Beitrag von Monika Metternich „Naturrecht als Rechtsfundament Europas“ (DT vom 6. September 2012): Der Verfasser dieser Zeilen hat an dem genannten Seminar vom „Alten Orden vom St. Georg“ in der Abtei Niederaltaich teilgenommen. Der Redaktion ist für den großen Raum, den sie diesem Bericht eingeräumt hat, zu danken. Viele von uns sind schon in die Antinomie von Naturrecht und Rechtspositivismus geraten. Die Referenten konnten die Unterschiede zwischen dem Naturrecht und dem „gesetzten Recht“ klar darstellen. Die Wurzeln des Naturrechts gehen bis zum Anfang des ersten Jahrtausends vor Christus zurück. Vor allem die Stoa, eine philosophische Richtung im alten Athen, führte den Begriff des richtigen sittlichen Handelns als Grundprinzip in ihr philosophisches Denken und in ihr System der Naturordnung ein. Kirchenlehrer und christliche Philosophen haben sie entscheidend weiterentwickelt.

Gesetze von Politikern können durchaus gegen die sittlichen Normen verstoßen. Der Athener Staatsmann Perikles versuchte während seiner Regierungszeit im 5. vorchristlichen Jahrhundert Gesetze in Einklang mit den Normen des Naturrechtes zu bringen. Ähnlich auch im 2. Jahrhundert die römischen Adoptivkaiser, vor allem Antoninus Pius und Marc Aurel, der Philosophenkaiser. Historiker nannten solche Zeiten als die glücklichsten in der Menschheit.

Die Referenten analysierten vor allem den Nationalsozialismus und den Bolschewismus als Missbrauch des Naturrechtes, indem sie bestehende Gesetze ideologisch für ihre Zwecke einsetzten oder neue schufen. Aber auch in unserer Zeit: Gesetze werden gemacht, um zum Beispiel Abtreibung unter bestimmten Umständen legalistisch straffrei zu stellen (unter scheinheiligem Hinweis auf die Menschenwürde der Frau), die den sittlichen Normen widersprechen. Es war ein Seminar mit Referaten und Diskussionen auf hohem Niveau. Unseren Politikern, vor allem denjenigen, die den „C“-Parteien angehören, wäre zu empfehlen, sich über das Naturrecht näher zu informieren und die gewonnenen Erkenntnisse in die Gesetzgebung einfließen zu lassen.