Zum 50. Todestag des Schriftstellers Werner Bergengruen: Auch heute mit Gewinn zu lesen

In dem dichterischen, christlich geprägten Werk von Werner Bergengruen kommt durchaus das heidnisch-magische, vorchristliche Element des Slawentums seiner baltischen Heimat zum Ausdruck, wie Frau Professor Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz richtig hervorhebt (erschienen in „Die Tagespost“ vom 4. September). Doch ist die andere, den Schöpfer und seine Schöpfung rühmende, eben christlich geprägte Seite seiner Dichtung ebenso unverkennbar, ja dominant. Auch ist die humorvolle, positive Grundhaltung in seinen Romanen, zum Beispiel in seinen „Rittmeister“-Romanen, deutlich erfahrbar.

Sein gesamtes Werk steht unter dem Zeichen der christlichen Versöhnung mit den Widrigkeiten des Lebens und der Dankbarkeit für alles von Gott Empfangene in einer, trotz aller Leiden, dennoch „heilen (geheiligten) Welt“. So kann er, der von der „Richtigkeit der Welt“ überzeugt war, gegen Ende seines irdischen Daseins in seinem Gedicht „Frage und Antwort“ sagen: „Der die Welt erfuhr,/ faltig und ergraut,/ Narb an Narbenspur/ auf gefurchter Haut,/ den die Not gehetzt,/ den der Dämon trieb –/ sage, was zuletzt/ dir verblieb.“/ „Was aus Schmerzen kam,/ war Vorübergang./ Und mein Ohr vernahm/ nichts als Lobgesang.“

Man sollte Werner Bergengruen nicht vergessen und kann sein Werk (auch heute noch) mit Gewinn lesen.