Zu verschiedenen Beiträgen und Wortmeldungen zum Thema Eucharistie: Die Anbetung in den Alltag einbauen

Franz Beckenbauer soll, habe ich irgendwo gelesen, nach einer Begegnung mit Papst Benedikt angefangen haben, regelmäßig eine Kirche aufzusuchen und dort still zu beten. Sein Namensvetter, der selige Francesco von Fatima, hat das Allerheiligste besucht, um den verborgenen Jesus zu trösten, der so oft vergessen wird. Es kann ein wichtiger Schritt sein zu einer tieferen Verehrung der Eucharistie, solche Rituale in den betriebsamen Alltag einzubauen, zum Beispiel wenn ich zur Bank muss, parke ich bei St. Wolfgang und gehe zuerst kurz in die Kirche, oder vor meinem Sport am Donnerstag „Fit mit Kid“ zünde ich eine Kerze an in Bruder Klaus (wo man sie so schön in den Sand stecken kann).

Was die Mundkommunion betrifft, hat mich damals als Jugendliche die Erfahrung von P. Hönisch überzeugt: Da der Mensch eine Einheit aus Körper, Geist und Seele ist, fällt es Kindern gerade dann leichter, den Leib des Herrn von gewöhnlicher Speise zu unterscheiden, wenn sich die Art und Weise des Empfangs dieser Speise von der üblichen deutlich unterscheidet. Wenn Kinder also die konsekrierte Hostie beim Tisch des Herrn auf die Zunge gelegt bekommen, während sie am Familientisch mit Messer und Gabel essen oder auch hungrig mit den Fingern nachhelfen.

In meiner Kindheit gab es in unserer Familie das Spiel „Mund auf, Augen zu!“ – nach dieser Aufforderung bekam man eine leckere Überraschung in den Mund gelegt. Man hat sich dann ganz auf das Schmecken konzentriert und noch intensiver genossen. Ich persönlich finde es hilfreich, bei der Mundkommunion kurz die Augen zu schließen, um mich besser konzentrieren zu können.

Was das Knien betrifft, so hat mich vor vielen Jahren beim Besuch einer lutherischen „Messe“ bei den Marienschwestern in Darmstadt deren Knien bei der „Wandlung“ und dem Empfang des Abendmahls sehr beeindruckt. Es hatte etwas zugleich Anziehendes und Ehrfurchtgebietendes an sich. Es war sowohl kindlich als auch souverän.

Vor 25 Jahren als Au-pair in Versailles/Frankreich hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben die Möglichkeit, täglich die Werktagsmesse zu besuchen. In der Krankenhauskapelle, einem kleinen klassizistischen Rundbau, waren wir nur ein paar Gottesdienstbesucher. Eine junge Frau fiel mir auf, die dynamisch und wie selbstverständlich als einzige kniend die heilige Kommunion empfing. Dieses Bild hatte ich in meinem Kopf sozusagen abgespeichert und nun fing ich vor ein paar Monaten an – das erste Mal beim Papstbesuch in Freiburg 2011 – es genauso zu praktizieren. Mein Kleinkind steht dann neben mir (bekommt meinem Rücken besser als wenn ich es trage) und wir beide sind dann auf Augenhöhe. Es bekommt ein Kreuzchen auf die Stirn und ich die heilige Kommunion. So wird greifbar, was in einem neuen geistlichen Lied heißt: Wer klein sein kann wie ein Kind, ja der, nur der, kann ins Himmelreich eingehen.