Zu Glaube und Atheismus : Nebulöse Formulierung Gläubiger: Gott existiert oder eben nicht

Zum Artikel „Gott ist nicht tot – er hat nie gelebt“ (DT 27.10.): Es ist immer wieder ernüchternd, festzustellen, in welch nebulöse Formulierungen sich Gläubige flüchten, wenn sie mit Atheisten diskutieren. Der einzige klare Satz steht am Anfang: „In der Auseinandersetzung zwischen Glauben und Atheistmus geht es ums Ganze“. Richtig ist, wenn J. Kahl sagt, dass Glaube und Unglaube sich nicht umarmen, sondern nur begegnen können; und so können sich auch Glaube und Zweifel nicht „durchdringen“, wie A. Grün meint. Kryptische Formulierungen bringt vor allem T. Halik: „Ein schweigender Gott sei was anderes als das Nichts“, oder „Gott als Geheimnis“. Welcher Gott eigentlich? Es gab und gibt hunderte, wahrscheinlich tausende verschiedener Götter, Halbgötter et cetera. Mit solchen Schwurbelsätzen kann man halt leicht Leichtgläubige oder Gleichgültige einfangen.

Ein ausgewogener Bericht über eine interessante Gesprächsrunde, guter Journalismus. Ein Satz von Halík fiel mir auf: „Ich bin überzeugt, dass in jedem Gläubigen ein Atheist steckt und in jedem Ungläubigen ein Gläubiger.“ Das war vielleicht versöhnlich gemeint, ist es aber nicht. Warum? „Gott“ existiert entweder oder eben nicht. Dies sind einander ausschließende Positionen. Haliks Aussage negiert dies entweder oder er hält alle Menschen für schizophren.