„Zentrum gegen Vertreibung“ und Erika Steinbach: Doppelmoral und Opportunismus

Vielen Dank für das Interview mit dem CSU-Europaabgeordneten Bernd Posselt (DT vom 13. Februar).

Ob mit oder ohne Erika Steinbach: Die ursprünglich vom Bund der Vertriebenen als „Zentrum gegen Vertreibungen“ geplante, nunmehr staatliche Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ im Deutschlandhaus in Berlin wird wohl an der verlogenen Geschichtsschreibung zum Thema Flucht und Vertreibung wenig ändern. Der Einmarsch Hitlers in Polen, die Verfolgung der polnischen Intelligenz und die Germanisierung durch die Umsiedlung der „Volksdeutschen“ (aus dem Baltikum, Ostgalizien, Wolhynien und Bessarabien) dorthin wird auf der einen Seite – zu Recht – als großes Unrecht betrachtet. Die Annexion Ostdeutschlands (Schlesien, Pommern, Ostpreußen) durch Stalin und die polnischen Behörden wird andererseits jedoch weiterhin als entschuldbare „Folge“ dargestellt werden. An der Polonisierung der ostdeutschen Heimat durch die gezielte Umsiedlung von Polen dorthin und an der Vertreibung der alteingesessenen Bevölkerung mit Hunderttausenden von Todesopfern werden alleine die Deutschen selbst schuldig bleiben. Aus Tätern sollen ja keine Opfer gemacht werden.

Mit dem Völkerrecht und den unteilbaren Menschenrechten hat diese Doppelmoral wenig zu tun. Sie wird durch einen heuchlerischen Opportunismus gestützt, der schon längst zum Himmel stinkt.