„Wenn die Kirche im Strandkorb sitzt“: Urlaub auf der Nordseeinsel Spiekeroog: Unkalkulierbar, wann eine Messe gefeiert wird

Leserbrief zu „Wenn die Kirche im Strandkorb sitzt“ („Tagespost“ vom 9. August): Herzlichen Dank an Constantin Graf von Hoensbroech für den schönen und treffenden Artikel über die katholische Kirche St. Peter auf Spiekeroog und die Seelsorge auf dieser wunderbaren Nordseeinsel.

Seit 1978 verbringen wir dort unsere Ferien und freuen uns jährlich neu auf das Zelt Gottes in den Dünen und die Präsenz von urlaubenden Priestern. Eine besondere Kostbarkeit ist der Tabernakel: ein etwa zwei Meter hohes Kreuz, das hinter dem Altar auf dem Boden steht und in dessen Mitte sich der Tabernakel in Form einer Hostie befindet. Auch ein Blick in das in der Kirche ausliegende Gästebuch ist immer wieder bewegend. Eine betrübliche Beobachtung lässt sich allerdings nicht verschweigen. Sie betrifft die Einteilung der Priester für die Urlaubsseelsorge. Dies ist die Aufgabe der Regionalstelle „Kirche an der Küste“ in Esens. War es bis etwa Ende der 90er Jahre üblich, dass in der Kirche St. Peter im Sommer auch werktags täglich eine Heilige Messe gefeiert wurde, ist dies in den vergangenen zehn Jahren für den Urlauber völlig unkalkulierbar geworden – auch dann, wenn ein Priester präsent ist.

Der eine feiert einmal wöchentlich eine Werktagsmesse, der andere zweimal, ein weiterer zelebriert erfreut täglich, wenn man ihn darum bittet, wieder ein anderer lehnt das ab mit der Begründung, er sei auch im Urlaub und nochmals ein anderer erklärt, er sei dazu wohl bereit, aber man möge doch zuvor die Erlaubnis der Regionalstelle Kirche an der Küste einholen, die das offenkundig nicht mehr zur Vorgabe für den priesterlichen Inselurlaub macht. In diesem Jahr schließlich gab es für einen Priester schon Wochen vor seiner Ankunft zwar eine Ankündigung eines eigenen Vortrags, aber keinen Hinweis auf eine Werktagsmesse, die in seiner ersten Urlaubswoche dann auch ganz ausfiel. Dies ist sehr bedauerlich.

Die Regionalstelle Kirche an der Küste sollte die Einteilung der Priester für die Urlaubsseelsorge auf den Inseln wieder mit der Auflage verbinden, regelmäßig – nicht nur sonntags – die Heilige Messe zu feiern. Priester, die auf Spiekeroog Urlaub machen, sollen wissen, dass sie dort nicht nur ein Strandkorb, sondern eine offene und dankbare Gemeinde erwartet, die in Ferienzeiten auch eine ansehnliche Größe erreichen kann.